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Der Ellwanger Mordprozess ist nach einem Schwächeanfall des Angeklagten vertagt worden. Zuvor hatte der Staatsanwalt auf 13 Jahre Haft wegen Totschlags plädiert und den Mordvorwurf fallen gelassen.

Es geht um einen Fall aus dem Jahr 2008. Der 55-jährige Angeklagte soll damals in Sontheim (Kreis Heidenheim) seinen Schwiegersohn umgebracht haben. Der Staatsanwalt forderte in der Verhandlung des Ellwanger Landgerichtes am Mittwoch 13 Jahre Haft wegen Totschlags. Mordmerkmale seien nicht nachweisbar, hieß es.

Angeklagter in Handschellen im Gerichtssaal hält sich einen Ordner vor das Gesicht, davor steht ein Justizbeamter und schaut in an (Foto: SWR, Hendrik Zorn)
Der weitere Mordprozess gegen einen Mann aus Sontheim ist am Mittwoch vertagt worden Hendrik Zorn

Zuvor wollte das Gericht noch den 37-jährige Neffen des Angeklagten per Videokonferenz vernehmen. Er wird verdächtigt, seinem Onkel bei der Tötung oder dem Abtransport der Leiche geholfen zu haben. Der Neffe verweigerte allerdings die Aussage. Er sitzt wegen Drogendelikten in Sizilien in Haft.

Lebenslange Haft wegen zweier Morde

Das Landgericht Ellwangen hatte den 55-jährige Sontheimer bereits im Dezember wegen zwei weiteren Taten zu lebenslanger Haft und Sicherheitsverwahrung verurteilt. Sein 33-jährigen Sohn war in diesem Zusammenhang zu 15 Jahren Haft verurteilt worden, der jüngere Sohn bekam wegen Beihilfe zum Mord neun Jahre Haft. Dagegen legten ihre Anwälte Revision ein. Die Urteile sind deshalb noch nicht rechtskräftig.

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