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In Ulm steht seit Donnerstag eine Frau vor Gericht, weil sie Feuer in einer Spielhalle in Ehingen (Alb-Donau-Kreis) gelegt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft der 42-Jährigen unter anderem versuchten Mord vor.

Zum Prozessauftakt am Landgericht Ulm schwieg die Angeklagte. Ihr Verteidiger wies die Vorwürfe gegen sie zurück und warf der Staatsanwaltschaft einseitige Ermittlungen vor. Diese widersprach wiederum der Verteidigung.

Eine Frau wird von Justizbeamten in einem Gerichtssaal an ihren Platz gebracht, die Angeklagte verdeckt ihr Gesicht mit einem Ordner (Foto: SWR, Volker Wüst)
Die 42-Jährige steht wegen versuchten Mordes vor Gericht. Volker Wüst

Vor Gericht hieß es, dass Bilder der Überwachungskamera eine Person zeigen würden, die das Feuer in der Spielhalle lege. Diese sei jedoch nicht identifizierbar.

Laut Anklage hatte die 42-Jährige selbst in der Spielhalle gearbeitet und soll immer wieder aus der Kasse Wechselgeld für sich abgezweigt haben. Damit das nicht auffällt, soll sie vor einer Kassenprüfung nachts belastende Unterlagen gestohlen haben. Mit dem Feuer Ende September des vergangenen Jahres habe sie den Diebstahl vertuschen und weitere Unterlagen vernichten wollen.

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Frau soll Tod von Bewohnern billigend in Kauf genommen haben

Obwohl sie laut Anklage einen Brandbeschleuniger verwendet hat, ging das Feuer schnell wieder aus. Niemand wurde verletzt. Die Frau soll einen Teppich in Brand gesetzt haben. Über der Ehinger Spielhalle befinden sich auch Wohnungen. Zum Tatzeitpunkt schliefen dort neun Menschen. Laut Staatsanwaltschaft hat die 42-Jährige den Tod der Bewohner billigend in Kauf genommen. Bei dem Feuer war ein Schaden von rund 5.000 Euro entstanden.

Neben versuchtem Mord wirft ihr die Staatsanwaltschaft Ulm besonders schwere Brandstiftung, Diebstahl und Unterschlagung vor. Der Prozess vor dem Ulmer Landgericht sollte ursprünglich schon in der vergangenen Woche beginnen. Weil es aber im Schwäbisch Gmünder Frauengefängnis Gotteszell einen Coronavirus-Ausbruch gab, wurde der Prozessauftakt verschoben. Die Angeklagte sitzt in Gotteszell in Untersuchungshaft. Das Urteil wird Anfang März erwartet.

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