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Im Prozess um Drogenverkauf im Darknet hat die angeklagte Ehefrau aus Blaustein (Alb-Donau-Kreis) am Donnerstag gestanden. Der Ehemann und ein Angeklagter aus Trochtelfingen (Kreis Reutlingen) schweigen.

Die Drei stehen vor dem Landgericht Memmingen, weil sie mehr als 50 Kilogramm Marihuana übers Internet verkauft haben sollen. Die Frau hat am Donnerstagvormittag eine Beteiligung zugegeben. Sie habe unter anderem ihr Konto zur Verfügung gestellt und ab und zu beim Verschicken der Ware geholfen. Die beiden angeklagten Männer schwiegen zum Prozessauftakt.

Außenansicht des Landgerichts Memmingen (Foto: SWR, Frank Wiesner)
Vor dem Landgericht Memmingen hat am Donnerstag der Prozess wegen Drogenhandels im "Darknet" begonnen Frank Wiesner

Im sogenannten Darknet, einem verborgenen Bereich im Internet, sollen die Angeklagten einen Onlineshop namens "Lenas Bioladen" eingerichtet haben. Darüber soll der Drogen-Versandhandel gelaufen sein. Das Marihuana wurde laut Anklage auf Bestellung in Briefe verpackt und verschickt haben. Die Angeklagten sollen so Käufer aus ganz Deutschland sowie dem benachbarten Ausland mit Cannabis-Produkten versorgt haben.

Die verhafteten Tatverdächtigen hatten ihrem Darknet-Drogenshop den Zusatz "Bio" davorgesetzt (Foto: Generalstaatsanwaltschaft Bamberg)
Die Shopbetreiber hatten ihrem Darknet-Drogenshop den Zusatz "Bio" gegeben. Offenbar sollte so das Geschäft belebt werden, vermutet die Staatsanwaltschaft. Generalstaatsanwaltschaft Bamberg

Drogen-Briefe im Wert von 740.000 Euro

Mit knapp 9.000 dieser Brief-Sendungen sollen die Angeklagten 740.000 Euro eingenommen haben. Drei Jahre funktionierte das, ehe die Ermittler ihnen auf die Schliche kamen. Die zentrale Ermittlungsstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg hatte gegen das Trio ermittelt.

Für den Prozess sind zunächst fünf Verhandlungstage geplant, ein Urteil könnte im Mai verkündet werden. Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis.

Darknet-Drogenshop ermittelt Tausende Drogenbriefe von Neu-Ulm aus verschickt

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Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die mutmaßlichen Betreiber des zweitgrößten Online-Marktplatzes für illegale Waren im Darknet erhoben. Darunter ist ein Mann aus dem Landkreis Esslingen.  mehr...

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