Rund 150 Gegner der Corona-Politik haben sich in Aalen versammelt. (Foto: dpa Bildfunk, Stephan Puchner)

Mit Trillerpfeifen und Plakaten

Corona-Politik: Heftige Proteste bei Kretschmann-Auftritt in Aalen

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Ministerpräsident Winfried Kretschmann ist bei einem Bürgerempfang in Aalen lautstark von Gegnern der Corona-Politik kritisiert worden. Der Grünen-Politiker fand dabei klare Worte.

Etwa 150 Demonstrierende empfingen den Ministerpräsidenten teilweise lautstark mit Trillerpfeifen. Manche hielten Plakate hoch mit Aufschriften wie "Keine Impfpflicht, keine Maskenpflicht". Einige kritisierten auch deutsche Waffenlieferungen an die Ukraine.

Demonstrierende solidarisieren sich mit Michael Ballweg

Ein Redner erklärte bei der Kundgebung, man sei auch aus Solidarität mit Michael Ballweg da. Der Stuttgarter "Querdenken"-Initiator sitzt wegen Verdachts auf Betrug und Geldwäsche seit Mittwochabend in Untersuchungshaft.

Zuvor hatte Ministerpräsident Kretschmann im Ostalbkreis den Batteriehersteller Varta besucht und dort das neue Ausbildungszentrum besichtigt sowie einen Spatenstich für die neue Firmenzentrale in Ellwangen gesetzt. Beim anschließenden Bürgerempfang im Berufsschulzentrum Aalen richtete Kretschmann klare Worte an die Protestierenden, allerdings ohne ihnen direkt zu begegnen.

"Es wäre gut, wenn sie nicht nur quer sind, sondern auch denken würden."

Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Besuch im Ostalbkreis (Foto: SWR, Frank Polifke)
Ministerpräsident Winfried Kretschmann ging in Aalen auf Fragen von Bürgerinnen und Bürgern ein - und kommentierte auch den Protest gegen die Corona-Politik vor der Halle des Berufsschulzentrums Aalen. Frank Polifke

Beim Bürgerempfang trug ein Teilnehmer schließlich die Meinung der Demonstranten in den Saal und warf Kretschmann unter Buhrufen anderer Zuhörer eine verfehlte Corona-Politik vor. Dies wies der Ministerpräsident klar von sich, zeigte jedoch auch Selbstkritik. Die getroffenen Maßnahmen seien zum Schutz der Bürger richtig gewesen, gab sich Kretschmann überzeugt.

Kretschmann will "vollen Instrumentenkasten an Maßnahmen" im Herbst

Selbstverständlich habe man nicht alles richtig gemacht. Das sei auch gar nicht möglich gewesen, weil man damals zu wenig gewusst habe. "Allerdings, das will ich ihnen deutlich sagen: Manches hätte ich auch schärfer gemacht und schneller, als ich es gemacht habe", sagte Kretschmann. Zugleich betonte er, dass es auch im Herbst "den vollen Instrumentenkasten an Maßnahmen" brauche, um auf die Entwicklung der Pandemie reagieren zu können.

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