Ermittler befragen Betroffene

Falsche Corona-Impfungen in Hausarztpraxis - Polizei schaltet Hinweistelefon

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Die Vorwürfe gegen einen Hausarzt aus Wemding im Kreis Donau-Ries erhärten sich, die Polizei setzt die Befragungen fort und hat nun auch ein Hinweistelefon geschaltet.

Dem Mediziner wird unter anderem vorgeworfen, bei Impfungen gegen das Coronavirus keinen wirksamen Impfstoff verabreicht zu haben. Anhand der bislang durchgeführten Vernehmungen und Auswertungen von Unterlagen haben sich erste Unregelmäßigkeiten bestätigt, teilte die Polizei am Freitag mit. Nähere Einzelheiten könnten derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt werden.

Die Ermittlungen wegen des Verdacht falscher Corona-Impfungen laufen gegen eine Hausarztpraxis aus Wemding. (Foto: BR, Judith Zacher)
Die Ermittlungen wegen des Verdacht falscher Corona-Impfungen laufen gegen eine Hausarztpraxis aus Wemding. BR, Judith Zacher

Die ermittelnde Kripo Dillingen hat ein Hinweistelefon geschaltet. Tatrelevante Hinweise können unter 09071-56422 mitgeteilt werden, hieß es. Weil dem Arzt ebenfalls vorgeworfen wird, Impfnachweise gänzlich ohne Impfung ausgestellt zu haben, werden auch Zeugen dazu gesucht.

Unterdessen hat das Landratsamt des Kreises Donau-Ries angekündigt, an weiteren Tagen Antikörpertests für Patientinnen und Patienten der Hausarztpraxis Holst anzubieten. Die Tests können im ehemaligen Impfzentrum in Nördlingen durchgeführt werden. Viele Patienten hatte diese Woche die Gelegenheit schon genutzt, auf diesem Wege zu überprüfen, ob sie gegen das Coronavirus geschützt sind. Die Polizei ist auch weiterhin an diesen Terminen vor Ort und befragt die Betroffenen.

In ersten Aussagen von Patientinnen und Patienten gegenüber dem Bayerischen Rundfunk hieß es, der Hausarzt habe sich im Zusammenhang mit der Coronaimpfung ungewöhnlich verhalten. Er habe die Spritze in den Po gegeben, nicht wie heute üblich in den Arm. Der Arzt habe den Patienten zum Teil vehement von der Impfung abgeraten.

"Das (die Impfung) würde mir schaden. Da habe ich gesagt, dass das mein Sohn alles veranlasst hat, ich will geimpft werden. Dann hat er gesagt: 'Wenn Ihr Sohn das sagt, dann soll er doch auch kommen und Sie impfen.'"

Vor gut einer Woche waren die Praxis und die Wohnung des Mediziners aus Wemding im Kreis Donau-Ries durchsucht worden. Bis dahin hatte es bereits Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Corona-Impfungen gegeben. Das Gesundheitsamt und die Polizei entschieden am Montag, auch den Namen der Praxis zu nennen, um möglichst viele Betroffene zu erreichen und auch, weil es mehrere Hausärzte in Wemding gibt, hieß es.

Wemding

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