Podiumsdiskussion zu Ulmer Sport und Europa

Fazit von Sportexperten in Ulm: Kinder treiben zu wenig Sport

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Europa bereichert den Sport in Ulm - und der Ulmer Sport bereichert Europa. Bei der Podiumsdiskussion am Dienstagabend wurde aber auch klar: Es muss mehr für Kinder getan werden.

An der Podiumsdiskussion zur Zukunft in Europa und Ulm im Sport nahmen Thorsten Leibenath, Magdalena Brzeska, SWR-Moderator Michael Antwerpes, Evi Sachenbacher-Stehle und Marcel Nguyen teil. (Foto: Bantleon-Forum)
An der Podiumsdiskussion zur Zukunft in Europa und Ulm im Sport nahmen Thorsten Leibenath, Magdalena Brzeska, SWR-Moderator Michael Antwerpes, Evi Sachenbacher-Stehle und Marcel Nguyen teil. Bantleon-Forum

Da saßen durchaus prominente Gäste auf dem Podium des "Bantleon-Forums" im Rahmen der Europäischen Woche des Sports: Skilangläuferin und Olympiasiegerin Evi Sachenbacher-Stehle, Kunstturner Marcel Nguyen (Silber bei Olympia), Magdalena Brzeska, Olympiateilnehmerin in der Rhythmischen Sportgymnastik und der Sportdirektor von Ratiopharm Ulm, Thorsten Leibenath. Geleitet hat die Veranstaltung, die auch live im Internet gestreamt wurde, SWR-Fernsehmoderator Michael Antwerpes.

Problem: Kinder treiben zu wenig Sport

Bei der Diskussion über die europäische Dimension des Sports landeten die Teilnehmer aber auch schnell bei Problemen auf regionaler Ebene. Die Kinder bewegen sich zu wenig, treiben deutlich weniger Sport als früher, haben motorische Defizite. Da waren sich alle einig. Dass viele Schülerinnen und Schüler inzwischen täglich bis 16 Uhr in der Schule sind, lasse am Nachmittag kaum noch Vereinsangebote zu.

"Vereine müssen in die Schulen gehen und dort Sport anbieten"

"Wir müssen in den Schulen anfangen", sagte Basketball-Sportdirektor Thorsten Leibenath. "Obwohl an den Schulen jetzt Ganztagesprogramme stattfinden, gibt es weniger Sportunterricht als früher." Die Vereine sollten vormittags in die Schulen kommen und dort ein Angebot machen. "Man muss da kreativer denken. Es muss ja nicht jedes Kind am klassischen Sportunterricht teilnehmen. Ein Sportlehrer kann nicht 20 verschiedene Sportarten perfekt beibringen."

Die Folgen von Corona seien gravierend, stellte der Präsident des Turngaus Ulm, Martin Ansbacher in seinem Grußwort fest. "Der Schwäbische Turnerbund hat 30.000 Mitglieder verloren, vor allem im Kinder- und Jugendbereich." Das Problem des Bewegungsmangels bei Kindern habe sich dadurch noch verstärkt.

"Sport kommt beim Donaufest nicht vor"

Aber eigentlich ging es ja um die Frage, was der Ulmer Sport in Europa bewegen kann. "Deutlich mehr", befand Ansbacher vom Turngau Ulm - beim Internationalen Donaufest in Ulm und Neu-Ulm etwa. "Da geht es seit Jahren um kulturellen Austausch, aber das Thema Sport kommt gar nicht vor. Dabei wäre er eine tolle Ergänzung."

Ulmer Basketballer profitieren vom europäischen Austausch

Die Basketballer von Ratiopharm Ulm profitieren vom europäischen Austausch. Seit neun Jahren spielt das Team im europäischen Wettbewerb Eurocup mit. Das sei eine große Bereicherung, erklärte Leibenath. Man lerne gegenseitig andere Kulturen besser kennen und verstehen.

"Bei internationalen Wettkämpfen versuche ich immer, den Kindern auch die Umgebung zu zeigen", sagte Magdalena Brzeska, die den Leistungsstützpunkt Rhythmische Sportgymnastik in Ulm-Söflingen leitet. Die Kinder sollen nicht nur die Sporthallen sehen, sondern auch fremde Städte, Kulturen und Mentalitäten erleben.

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