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Mit Beginn der Corona-Pandemie mussten die Gesundheitsämter plötzlich einen riesigen, zusätzlichen Berg an Arbeit erledigen. Jetzt sinken die Infektionszahlen - Zeit für eine Bilanz.

Schichten rund um die Uhr, auch an den Wochenenden und an Feiertagen - das galt für die Arbeit in den Gesundheitsämtern monatelang. Nach Auskunft des Alb-Donau-Kreises schiebt im Schnitt jeder Beschäftigte 120 Überstunden vor sich her. Die Mehrarbeit fiel vor allem wegen der rund um die Uhr geschalteten Hotlines an. Allein dafür waren beispielsweise im Ostalbkreis 133 Beschäftigte auch aus anderen Ämtern tätig. Im Alb-Donau-Kreis wurden 90 Personen für die Hotline geschult. In Spitzenzeiten nahm jeder bis zu 50 Anrufe pro Stunde entgegen.

Sitzungssaal mit Computern und Beschäftigten (Foto: Landratsamt Ostalbkreis)
Im großen Sitzungsaal des Landratsamtes in Aalen liefen die Anrufe der Corona-Hotline auf (Archivbild) Landratsamt Ostalbkreis

Teils nur wenige Hilfskräfte von außen

In ganz unterschiedlichem Umfang wurden Hilfskräfte von außerhalb der Landratsämter beschäftigt. Im Landkreis Biberach arbeitete zusätzlich eine Biologiestudentin. In Aalen kamen vier frühere Mediziner, drei Studierende und eine Krankenschwester zur Unterstützung. Im Gesundheitsamt des Alb-Donau-Kreises sprangen einerseits Ärzte und Ärztinnen im Ruhestand ein. Außerdem kamen 18 Medizinstudenten von der Universität Ulm.

Landratsamt Aalen (Foto: Pressestelle Landratsamt Aalen)
Im Landratsamt in Aalen haben Mediziner, Studierende und eine Krankenschwester Dienste geleistet. Pressestelle Landratsamt Aalen

Gesundheitsämter sollen zusätzliches Personal bekommen

Die Landesregierungen in Stuttgart und München haben angekündigt, die Gesundheitsämter personell besser auszustatten. Die Landratsämter prüfen und berechnen derzeit, welchen zusätzlichen Bedarf sie anmelden. Allein die Überstunden beispielsweise im Landkreis Neu-Ulm wären laut Behörde knapp 13 Vollzeitstellen zusätzlich. Ein anderes Rechenbeispiel: In Baden-Württemberg geht man nur für die Nachverfolgung von Kontaktpersonen Infizierter von fünf Stellen pro 20.000 Einwohnern aus, das wären für den Ostalbkreis 78 Stellen nur für diese Arbeit.

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