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Eine Gruppe angehender Ingenieure der Hochschule Aalen hat einen Ofen entwickelt, der für die ländlichen Regionen in Nepal maßgeschneidert ist. Partner sind mehrere Hilfsorganisationen.

Tür auf und Ofen anzünden Tür auf, zwei Handvoll Holz hinein. Gasanzünder anschnipsen. Schon knistert’s in dem kleinen Metallkasten mit dem Rohr an der Seite. Zugegeben: Wie ein Hightech-Produkt sieht der Nepal-Ofen nicht aus. Das wäre auch grundfalsch, erklärt Tim Schuster. Zweckmäßig muss er sein: Die Füße des Ofens sind höhenverstellbar, also für unebene Untergründe geeignet. Und der Ofen braucht durch eine raffinierte Konstruktion wenig Luft.

Ein stählerner Ofen mit seitlichem Ofenrohr (Foto: SWR, Frank Polifke)
Den ersten Praxistest hat der Ofen bereits bestanden. Frank Polifke

Tim Schuster hat das Konstruktionsteam geleitet: Fünf angehende Wirtschaftsingenieure und ein Austauschstudent aus Jordanien. Ebenfalls Teil des Teams: Nadja Finckh vom Aalener Verein für nepalesisch-deutsche Hilfe. Die hauptberufliche Rechtsanwältin betreut seit Jahren Kinderhilfsprojekte im Bezirk Dhading.

Gefahr von offenem Feuer eindämmen

In den Gebirgsregionen wird noch über dem offenen Feuer gekocht - in den Häusern, und mit feuchtem Holz. Der Rauch, der dabei entsteht, ist schädlich für Augen und Lungen. Nadja Finckh hat die verrauchten Häuser selbst erlebt.

Dazu kommt, dass der Rauch die Wohnung nach nepalesischem Brauch nicht durch die Decke verlassen darf. Er muss seitlich zur Wand herausgeführt werden. Durch das Ofenrohr wird das möglich.

Ersten Praxistest bestanden

Inzwischen lodert im Ofen ein munteres Feuerchen. Praxistests mit Würstchen hat er bereits mit Bravour bestanden. Wie er das nepalesische Nationalgericht meistert, steht noch offen: Die Nepalesen essen Reis mit Linsensuppe, dazu gibt es Gemüse und manchmal auch Hühnchen oder Lamm.

Ofen startklar für Nepal

Sobald es geht, wird Nadja Finckh samt Ofen nach Dhading fliegen. Er passt genau in den größten Hartschalenkoffer, hat das Team ausgemessen. Künftig sollen ihn Nepalesen auf dem Rücken in ihre Bergdörfer transportieren. Zuvor muss er natürlich in Orten mit Stromversorgung montiert und geschweißt werden. Die Aalener Studierenden um Tim Schuster haben dafür eine Bauanleitung nur mit Illustrationen ausgetüftelt: "Wir haben uns etwas an der IKEA-Anleitung orientiert. Dann kann auch jemand, der nicht lesen kann, den Ofen zusammenbauen!"

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