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Alexander Engelhard tritt im Herbst als Direktkandidat der CSU im Wahlkreis Neu-Ulm für die Bundestagswahl an. Der 48-Jährige folgt auf Georg Nüßlein, der aufgrund der sogenannten Maskenaffäre aus der Partei ausgetreten ist.

Alexander Engelhard ist der Direktkandidat der CSU für den Wahlkreis Neu-Ulm.  (Foto: Alexander Engelhard)
Alexander Engelhard ist der Direktkandidat der CSU für den Wahlkreis Neu-Ulm. Alexander Engelhard

Engelhard setzte sich am Freitagabend gegen Kontrahentin Julia Dümmler (CSU) durch. Er freue sich über seine Nominierung, sagte er dem SWR. Dabei hat der 48-Jährige nach eigenen Angaben gar nicht darauf hingearbeitet, Bundestagsabgeordneter zu werden. Es sei nämlich nicht absehbar gewesen, dass dieser Posten in den nächsten Jahren überhaupt frei werde.

Maskenaffäre um Nüßlein

Denn eigentlich galt Georg Nüßlein als Direktkandidat. Doch die sogenannte Maskenaffäre änderte alles. Gegen den Bundestagsabgeordneten wird ermittelt. Nüßlein soll Provisionen in sechsstelliger Höhe für die Vermittlung von Corona-Maskengeschäften kassiert haben.

Die Maskenaffäre ist laut Engelhard eine Belastung für die CSU. "Wir müssen eine gute Arbeit im Wahlkampf machen, wir müssen das Vertrauen zurückgewinnen", sagte Engelhard. Er sei genau der richtige Kandidat dafür, denn der 48-Jährige sei gut vernetzt in der Region. Außerdem wolle er sich mehr für Transparenz einsetzen.

"So etwas darf sich nicht wiederholen. Das ist moralisch nicht tragbar für die Gesellschaft und für die politische Landschaft."

Alexander Engelhard, CSU-Direktkandidat für Wahlkreis Neu-Ulm

Die Affäre sei erst vollkommen aufgearbeitet, "wenn man wirklich die Transparenzregeln so schafft, dass sich sowas nicht wiederholen kann", sagte Engelhard.

Engelhard hat konkrete Ziele

Der Familienvater aus Weißenhorn (Kreis Neu-Ulm) hat außerdem auch schon konkrete Pläne, was er erreichen will, wenn er in den Bundestag als Direktkandidat einziehen sollte. Etwa wolle er sich für die Regio S-Bahn Donau-Iller einsetzen. Das Projekt müsse möglichst zügig umgesetzt werden.

"Es ist eine Riesen-Chance", sagte Engelhard. Von der Regio S-Bahn Donau-Iller könne die ganze Region profitieren. Auch beim Bahnausbau Ulm-Augsburg wolle er sich für die Belange des Wahlkreises Neu-Ulm einsetzen. Obwohl der 48-Jährige bereits konkrete Pläne hat, zeigt er sich trotzdem noch nicht siegessicher.

"Ich will als Direktkandidat in den Bundestag ziehen, aber ich weiß, dass das nicht leicht wird".

Alexander Engelhard, CSU-Direktkandidat für Wahlkreis Neu-Ulm

Er starte mit einem guten Team in einen starken Wahlkampf, sagte er. Engelhard ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Weißenhorn Der 48-jährige Wirtschaftsingenieur betreibt eine Getreidemühle. Es ist nach Engelhards Angaben eine der ersten reinen Bio-Mühlen Deutschland.

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