Das Logo der Firma Nokia vor dem Standort Ulm in 2012.  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance / dpa | Stefan Puchner (Archivbild))

Für die Entwicklung von Mobilfunkchips

Nokia investiert mehr als 180 Millionen Euro in Ulm

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Markus Bayha
SWR Aktuell Autor Markus Bayha (Foto: SWR)

Das Mobilfunk-Unternehmen Nokia will 360 Millionen Euro in seine Standorte Nürnberg und Ulm investieren. Am Eselsberg wird verstärkt an der Entwicklung von Mobilfunkchips geforscht.

Nokia will in den kommenden vier Jahren 360 Millionen Euro in seine Standorte Nürnberg und Ulm investieren. Das hat das finnische Unternehmen am Mittwoch bekannt gegeben. Die Gelder fließen in Ulm vor allem in die Entwicklung von Chips für Mobilfunksysteme.

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Mindestens 180 Millionen Euro für Nokia in Ulm

Die Investitionen sind Teil des europäischen Projekts IPCEI (Important Projects of Common European Interest), das vom Bund sowie den Ländern Baden-Württemberg und Bayern gefördert wird. Es soll dabei helfen, Europa und Deutschland unabhängiger von ausländischen Chiplieferanten zu machen. Insgesamt investiert Nokia 360 Millionen Euro in seine Standorte in Ulm und Nürnberg. Der größere Teil davon soll an die Donau fließen. Wie viel genau, konnte ein Sprecher des Unternehmens dem SWR noch nicht sagen.

Neu entwickelte Mobilfunkchips sollen leistungsfähiger sein

In Ulm forschen rund 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens an Chips, die in Mobilfunksystemen zum Einsatz kommen. Dazu gehört die aktuell verbreitete 5G-Technologie. Aber auch an der 6G-Technik der Zukunft, die ab 2030 auf den Markt kommen soll, wird geforscht. Die neu entwickelten Chips sollen leistungsfähiger sein und dabei weniger Strom verbrauchen.

Nokia: von Mobiltelefonen zu Mobilfunktechnik

Bekannt geworden ist das finnische Unternehmen Nokia durch seine Mobiltelefone. Von 1998 bis 2011 war Nokia der weltgrößte Hersteller von Handys. Mit dem Aufkommen von Smartphones wurden klassische Mobiltelefone auf dem Markt immer weiter abgedrängt. Auf diesen Trend reagierte das Unternehmen schließlich und verkaufte nach starken finanziellen Verlusten 2013 seine Handy-Sparte an Microsoft. Heute gibt es wieder Mobiltelefone unter dem Namen "Nokia". Diese werden allerdings von einem anderen Unternehmen entwickelt und vermarktet, das lediglich die Rechte am Markennamen besitzt.

Im Oktober vergangenen Jahres wurde bekannt, dass Nokia aufgrund schwacher Umsatzzahlen weltweit zwischen 9.000 und 14.000 Mitarbeiter entlassen will. Ob auch der Standort am Ulmer Eselsberg davon betroffen ist, konnte ein Sprecher von Nokia auf SWR-Nachfrage nicht beantworten. Durch die Investitionen werde Ulm seiner Ansicht nach aber eher gestärkt.

Die Landesregierung begrüßt die Millionen-Investition des Mobilfunk-Unternehmens Nokia in den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg. Dies sei ein wichtiges Signal für die Branche und den Standort Ulm, teilte das Wirtschaftsministerium weiter mit.

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