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Im Kreis Heidenheim wächst der Unmut über die strengen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus. Denn seit Tagen ist der Sieben-Tages-Inzidenzwert einer der niedrigsten in Baden-Württemberg.

Heidenheims Oberbürgermeister Bernhard Ilg (CDU) packt die Wehmut, wenn er durch Fensterscheiben auf leere Stühle in den Cafés blickt. Der Kreis Heidenheim steht laut Robert Koch-Institut landesweit mit am besten da, was die Neuansteckungen mit dem Coronavirus angeht.

Bernhard Ilg, Oberbürgermeister der Stadt Heidenheim (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance /dpa/Tom Weller)
Oberbürgermeister Bernhard Ilg fordert Lockerungen, die sich an Inzidenzzahlen und Kapazitäten in den Krankenhäusern orientieren. (Archivbild) picture alliance /dpa/Tom Weller

Daher fordert Oberbürgermeister Ilg Lockerungen, die sich an Inzidenzzahlen und Kapazitäten in den Krankenhäusern orientieren. Trotz der Corona-Mutationen müsse jetzt die Diskussion um Öffnungen geführt werden. "Wenn ich mitbekomme, dass sich beim Einkauf von Lebensmitteln die Leute drängeln, warum soll dann nicht auch der Kleiderladen geöffnet werden?", fragt er und plädiert für einen "Lockdown Light", ähnlich wie vor Weihnachten.

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"Lieber mit FFP2-Masken einkaufen gehen, als dass der Laden kaputtgeht."

Gunter Czisch (CDU), Oberbürgermeister Ulm

Mit den Inzidenzzahlen könne man jetzt viel flexibler umgehen, sagt Ilgs Kollege Gunter Czisch (CDU) aus Ulm. Trotz eines Inzidenzwertes um die 60 gebe es keine Probleme bei der Kontaktnachverfolgung. Man müsse zwischen Infektionsschutz und den existenzbedrohenden Zuständen abwägen. Ein erster "Öffnungsschritt im März sei notwendig", so Czisch: "Lieber mit FFP2-Masken einkaufen gehen, als dass der Laden kaputtgeht." Und ab Ostern sollten auch die Gastronomiebetriebe wieder öffnen, bei hoffentlich besserem Wetter. Das funktioniere aber nur, "wenn wir alle diszipliniert sind".

"Wenn wir wollen, dass die Innenstädte weiter lebendig bleiben, dann müssen wir jetzt an die Öffnungsstrategie ran."

Richard Arnold (CDU), Oberbürgermeister Schwäbisch Gmünd

Der Schwäbisch Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold (CDU) unterstützt den Vorstoß seines Heidenheimer Kollegen: "Wenn wir wollen, dass die Innenstädte weiter lebendig bleiben, dann müssen wir jetzt an die Öffnungsstrategie ran."

Klares Signal für Öffnungen

Beim Bund-Länder-Treffen zwischen Kanzlerin und Ministerpräsidenten müsse es ein klares Signal für Öffnungen geben, fordert Arnold. Lockerungen und Öffnungen mit Hygieneregeln, mit FFP2-Maske, am besten begleitet von einer Impf- und einer differenzierten Teststrategie, das müsse kommen - da sind sich die drei Oberbürgermeister von der CDU einig. Offen bleibt nur die Frage, wie schnell.

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