Neujahrsgast 2022: Gudrun Mangold

Warum Laichingerin Weltliteratur ins Schwäbische übersetzt

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Die Journalistin Gudrun Mangold aus Laichingen ist auf vielen Wegen unterwegs. Sie macht Filme und sie übersetzt - und zwar ins Schwäbische. So schafft sie eine besondere Nähe zur Weltliteratur.

Gudrun Mangold (Foto: Gudrun Mangold)
Gudrun Mangold vertritt das Schwäbische sehr selbstbewusst: Dialekte sind nicht geringwertiger als die Hochsprache, meint Mangold. Gudrun Mangold

Aus dem berühmten Märchen für Kinder und Erwachsene "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupéry wird bei ihr "'s Prinzle".

SWR: Frau Mangold, Weltliteratur und das Schwäbische. Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, beides zu verbinden?

Gudrun Mangold: Mit der gleichen Berechtigung, mit der Weltliteratur in jede andere Sprache übersetzt wird. Ich sehe die Dialekte durchaus nicht als geringwertiger als sogenannte Hochsprachen.

Warum machen Sie das? Es ist ja eine große Arbeit, die Sie sich da auferlegt haben.

Wenn man von der Alb kommt, wenn man dort sozialisiert wurde, dort geprägt wurde, ist die Arbeit natürlich das reinste Vergnügen (lacht). Es hat wirklich immensen Spaß gemacht. Ich hatte das Buch vorher natürlich auf hochdeutsch gelesen, das ist Jahre her. Das Buch hat mich nicht sonderlich gepackt, muss ich zugeben. Und jetzt mit dem Übersetzen habe ich erst den Reichtum erkannt, der da in fast jedem Satz drinsteckt.

Haben Sie den "Kleinen Prinzen" aus dem Französischen oder aus dem Deutschen ins Schwäbische übersetzt?

Das ist eine fast unzulässige Frage: natürlich aus dem Französischen! Ich nehme sogar für mich in Anspruch, dass ich treuer als alle sogenannten hochdeutschen Übersetzungen vorgegangen bin. Ich habe mich extrem an das gehalten, was Saint-Exupéry geschrieben hat. Weil ich finde, dass man jemand, der Weltliteratur verfasst hat, nicht verbessern muss im Nachhinein. Das wäre extrem anmaßend. Das habe ich mit aller Sorgfalt vermieden.

Welchen Effekt stellen Sie denn fest, wenn man Weltliteratur auf Schwäbisch übersetzt? Was macht das mit dem Stück?

Ich glaube, dass uns nichts näher ist, als diese Sprache, die wir als allererste gelernt haben. Die Muttersprache oder eben der Dialekt, mit dem man aufgewachsen ist, so wie uns der Schnabel gewachsen ist. Durch die Übersetzung in diese Ursprache ist mir der Text auch unheimlich nahe gekommen. Und ich nehme an, ich wünsche es, ich hoffe es, dass das auch bei den Leuten, die es jetzt dann lesen, so sein wird. Das wäre großartig, wenn das gelingen würde.

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