Angeklagte im Gerichtssaal (Foto: SWR, Oliver Schmid)

Liebespaar wegen Mordes angeklagt

Prozess um Nebenbuhler-Mord am Landgericht Ulm: Die Angeklagten schweigen

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Eine 31-Jährige fing was mit dem Bruder ihres Lebensgefährten an. Als dieser Probleme machte, soll das Paar ihn ermordet haben. Der Prozess am Landgericht Ulm hat nun begonnen.

Ein 26-Jähriger wird tot an der Fils in Ebersbach (Kreis Göppingen) gefunden. Erschlagen mit einem Vorschlaghammer. Er musste sterben, weil er der Beziehung seiner Partnerin mit seinem Bruder im Wege stand. So lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Ulm am Freitag. Der 31-Jährigen und dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, den jungen Mann im Dezember 2020 gemeinschaftlich aus niederen Beweggründen und heimtückisch ermordet zu haben.

Der Verteidiger der Angeklagten hat beantragt, das Verfahren auszusetzen. Ihm zufolge liegen ihm zwei Gutachten nicht vor. Das Gericht muss darüber noch entscheiden. Am ersten Verhandlungstag wurde auch ein Video gezeigt, wie die Angeklagte eine mögliche Tatwaffe identifiziert.

Bruder des Angeklagten stand der Beziehung im Wege

Das nach islamischem Recht getraute Paar wohnte laut Anklage zusammen mit seinen drei Kindern im Alter zwischen drei Monaten und sechs Jahren in einer Wohnung in Ebersbach. Im Frühjahr 2020 zog demnach der Bruder des Mannes mit ein. Zugleich erhielt der 26-Jährige bei seinen Jobs als Taxifahrer und Pizzabote aufgrund der Pandemie immer weniger Arbeit. Er beschäftigte sich mehr und mehr mit der islamischen Religion und wurde Vertreter des Vorbeters in einer Stuttgarter Moschee. Der Staatsanwalt schilderte, wie sich die damals 30-Jährige dadurch mit Kindern und Haushalt zunehmend allein gelassen fühlte. Halt fand sie demnach beim Bruder ihres Partners und fing mit diesem eine Liebesbeziehung an.

Opfer starb noch am Tatort

Der 26-jährige Lebensgefährte der Frau und Bruder des Angeklagten soll laut Anklageschrift dem Wunsch des Liebespaares nach einer gemeinsamen Lebensführung im Wege gestanden haben. Als der 26-Jährige davon erfuhr, soll es zum Streit und einer tätlichen Auseinandersetzung mit Partnerin und Bruder gekommen sein. In der Folge schmiedeten die beiden laut Anklage den Plan, den 26-Jährigen los zu werden.

Um ihn zu töten, soll die Angeklagte den 26-Jährigen zu einem gemeinsamen Spaziergang in Ebersbach/Fils (Landkreis Göppingen) gelockt haben. An einer Unterführung soll der Angeklagte mit einem Vorschlaghammer gewartet haben und den jungen Mann mit mehreren Schlägen brutal niedergeschlagen haben. Auch als der 26-Jährige schon am Boden lag, schlug sein Bruder laut Staatsanwalt mit "absolutem Tötungswillen" weiter auf ihn ein. Der junge Mann starb noch am Tatort.

Das Landgericht Ulm in der Olgastraße (Foto: SWR, Torsten Blümke)
Am Landgericht Ulm wird ein Prozess wegen heimtückischem Mord verhandelt Torsten Blümke

Die Angeklagten sitzen seit Dezember in Untersuchungshaft

Die Schläge auf den Kopf hatten ein massives Schädelhirntrauma verursacht. Der 26-Jährige starb noch am Tatort. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Liebespaar gemeinschaftlichen Mord vor. Sie sollen aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch gehandelt haben. Wenige Tage nach der Tat wurden die beiden Angeklagten festgenommen. Zunächst wurden sie als Zeugen vernommen und machten dabei den Ermittlern zufolge falsche Angaben. Sie befinden sich seit Ende Dezember 2020 in Untersuchungshaft. Es sind zwölf Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird Ende September erwartet. Vor Gericht wird ein Video gezeigt, in dem die angeklagte Deutsche mit Ermittlern den Tatablauf rekonstruieren soll. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft reines Schauspiel.

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