Der Kuhhirte vom Ulmer Kuhberg legt mit seiner Karnevalskuh ein Tänzchen hin. In der Kuh aus Stoff stecken zwei Menschen. (Foto: SWR, Isabella Hafner)

Karneval, Fasnet und Fasching beginnen

Ulm: Narren vom Kuhberg stürmen Rathaus

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Isabella Hafner
Isabella Hafner (Foto: SWR)

Die Karnevalsgilde des Ulmer Kuhbergvereins hat die Fünfte Jahreszeit im Rathaus eingeläutet. Nach zwei Jahren Corona-Pause war die Stimmung bestens.

Unten im Foyer des Ulmer Rathauses wartet noch eine Braut im weißen Tüllkleid auf den großen Moment in ihrem Leben. Direkt daneben, an der Treppe, bringt sich ein bunter Haufen inklusive einer Kuh mit vier Menschenbeinen in Stellung: für den großen Moment des Jahres, nach zwei Jahren Coronapause.

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Dann - 11.11 Uhr. Mit lautem Kuhglocken-Gebimmel und vielen "Kuh-lau"-Rufen marschiert die Karnevalsgilde des Ulmer Kuhbergvereins die Treppen hoch zu Oberbürgermeister Gunter Czisch. Gefolgt von den jungen Funkenmariechen, vom Prinzenpaar, das hier Spatzenpaar heißt. Sie, Nicole I., im rot-weißen Glitzertüllkleid. Er, Tobias I., der auch im echten Leben ihr Weggefährte ist, trägt ein langes rotes Glitzersakko, darunter eine Weste und einen gefiederten Dreispitz auf dem Kopf.

"Ein kleiner Lichtblick im Rathaus in dieser Zeit!"

Schunkelstimmung im Ulmer Rathaus: Für Oberbürgermeister Gunter Czisch "ein Lichtblick" in diesen Zeiten. (Foto: SWR)
Schunkelstimmung im Ulmer Rathaus: Für Oberbürgermeister Gunter Czisch "ein Lichtblick" in diesen Zeiten.

Ulms OB Gunter Czisch freut sich über die Horde vom Kuhberg

Oberbürgermeister Gunter Czisch - als einziger unverkleidet - begrüßt die Rathausstürmer mit Brezen, Getränken und freudigen Worten: "Ein kleiner Lichtblick im Rathaus in dieser Zeit". Humor und eine kleine Auszeit seien so wichtig gerade. Und dafür sorge "diese wunderbare" Tradition der Karnevalsgilde vom Ulmer Kuhberg. Dieses Jahr mit dem Motto: "Pirates of Kuh-rebean".

Da lassen die sich natürlich nicht lumpen und singen sofort drauf los: "In Ulm und um Ulm und um Ulm herum ist das Größte unser Münsterturm. Und vom Kuhberg bis zur Friedrichsau tönt ein kräftiges Kuh-lau!" Glückliche Gesichter bei den Kleinen mit ihren langen Zöpfen, den kurzen Röcken und den roten Schuhen, für die das Ganze alles noch ganz neu und aufregend ist; aber auch bei den älteren, etwa den Ehrensenatoren und Gardesoldaten mit ihren Karnevalsmützen und Gardeanzügen, die sich darüber freuen, wie ihre Tradition weitergelebt wird.

Und hoch die Beine: In ihren rot-weißen Kostümen liefern die jungen Tanzmariechen eine perfekte Choreografie ab. (Foto: SWR)
Und hoch die Beine: Für einige Tanzmariechen ist es das erste Mal, dass sie in ihren Kostümen vor echtem Publikum auftreten.

Endlich wieder live auf den Fasnets-, Faschings- und Karnevalsbühnen stehen

Alle haben dann auch ihre Auftritte inmitten des klatschenden Kreises: die Abordnung der Mini-Spätzlesgarde und die Spatzengarde, die ihre Beine schon perfekt synchron in die Höhe reißt zu "Marie, da liegt ein toter Fisch im Wasser" - einer Abwandlung des napoletanischen Volksliedes "Funiculì, Funiculà". Der Kuhhirte vollführt mit seiner Kuh, in der zwei Karnevalisten stecken, ein Tänzchen zu "La Cucaracha". Und natürlich glänzt auch das Spatzenpaar. Am Ende liegen sich alle schunkelnd in den Armen und sind ganz heiß auf die kommende Karnevalsaison.

Und die wird diesmal noch ausgiebiger: Schließlich ist es ein Schnapszahljahr: Der Gesamt-Kuhbergverein feiert sein 111. Gründungsjubiläum. Am 13. Januar geht es los mit dem internen Eröffnungsball, dann geht es weiter im Februar mit Prunk- und Seniorensitzung, Kinderball sowie Weiberfasching. Es folgen einige Umzüge, etwa in Weißenhorn im Kreis Neu-Ulm und in Dietenheim im Alb-Donau-Kreis. An Ostern ist in diesem Jahr ausnahmsweise eine Ostereiersuche geplant, im Sommer eine Kinderfreizeit und im Herbst ein Herbstfest.

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