Nicht gerade "Corona-konform": Dichtes Gedränge beim Einstieg in die Straßenbahn an der Haltestelle Ehinger Tor in Ulm. (Foto: SWR, Maja Nötzel)

Entwicklung in der Corona-Pandemie

Ulm und Aalen: Noch immer deutlich weniger Fahrgäste in Bussen und Bahnen

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Volker Wüst
Volker Wüst (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Noch immer fahren viel weniger Menschen mit Bus und Bahn als vor der Corona-Pandemie. Auch Verkehrsbetriebe in Ulm und Aalen versuchen, die Fahrgäste wieder zurückzugewinnen.

Die Zahlen klingen ernüchternd: Momentan befördern die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) in ihren Bussen und Straßenbahnen rund ein Viertel weniger Passagiere als vor zwei Jahren - in der Zeit vor Covid-19.

Beim Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH (DING) haben sich die Fahrgastzahlen sogar um rund ein Drittel reduziert. Auf SWR-Anfrage schreibt DING zwar, dass aktuell noch keine genauen Vergleichswerte vorlägen, die Situation sei aber vergleichbar mit der im Jahr 2020. Damals musste der Verbund einen Rückgang von 37 Prozent einstecken.

Ähnliches Bild rund um Aalen: Der Verkehrsverbund Ostalbmobil hat nach ersten Schätzungen im ersten Halbjahr 2021 rund 20 Prozent weniger Einzelfahrscheine verkauft. Die Zahl der Abokunden sei um rund drei Prozent zurückgegangen.

Eine neue Straßenbahn der SWU wartet an einer Haltestelle (Foto: Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm SWU)
Die Busse und Straßenbahnen in Ulm und Neu-Ulm sind weiterhin weit weniger voll als vor der Corona-Pandemie. (Archivbild) Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm SWU

Immerhin berichten alle drei Unternehmen aktuell von einer Erholung der Passagierzahlen. Und dennoch scheinen viele aus Angst vor einer Ansteckung nach wie vor auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu verzichten. Ein weiterer Grund für den Rückgang dürfte die Tatsache sein, dass sich einige Beschäftigte nicht mehr auf den Weg zu ihrer Arbeitsstelle machen müssen, sondern im Homeoffice arbeiten.

Studie: ÖPNV ist kein Corona-Infektionstreiber

Eine Studie vom Mai dieses Jahres kommt zu dem Schluss, dass die Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen nicht höher ist als im Individualverkehr. Die Charité hatte dazu 680 Pendlerinnen und Pendler im Auftrag der Bundesländer und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) begleitet. Einige Experten halten die Studie wegen der geringen Fallzahlen aber für wenig aussagekräftig.

Corona-Pandemie Studie bringt keine Klarheit über Infektionsrisiko in öffentlichen Verkehrsmitteln

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"Deutschland-Abo-Upgrade": Unternehmen wollen Passagiere mit Aktionen zurückgewinnen

Um die Fahrgäste wieder zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, gibt es verschiedene Aktionen. SWU-, DING- und Ostalbmobilkunden, die ein Abo haben, können diese und kommende Woche (Kalenderwochen 37 und 38) deutschlandweit fast den gesamten Nah- und Regionalverkehr kostenlos nutzen. Die Aktion umfasst nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) mehr als 95 Prozent aller Tarif- und Verkehrsverbünde.

Dankeschön vom Nahverkehr ÖPNV-Abo Upgrade: Gratis Bus und Bahn fahren

Bundesweit können bis 26. September alle, die ein Abo eines Verkehrsverbundes haben, in den meisten anderen Städten und Regionen Deutschlands kostenlos mit dem ÖPNV unterwegs sein.  mehr...

Daneben locken die Unternehmen im Rahmen einer baden-württembergweiten Aktion mit einem extra Gratismonat für alle, die ein Jahresabonnement abschließen. Der Verkehrsverbund DING bietet außerdem ein spezielles Homeofficeticket an.

Die Corona-Pandemie hat den Unternehmen unterdessen Löcher in die Bilanzen gerissen. Diese konnten laut DING in Baden-Württemberg durch den Rettungsschirm von Bund und Ländern zu 95 Prozent ausgeglichen werden, in Bayern zu 90 Prozent.

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