Ein Blaulich leuchtet auf dem Dach eines Polizeiwagens. In einem Café in Alzey mussten die Beamten am Freitag zu einer Schlägerei anrücken. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Friso Gentsch)

Lebensgefährte der Mutter festgenommen

Misshandeltes Kleinkind aus Bopfingen im Krankenhaus Aalen gestorben

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Im Krankenhaus in Aalen ist am Donnerstagabend ein knapp zweijähriger Junge aus Bopfingen (Ostalbkreis) gestorben. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitgeteilt.

Die Behörden gehen von massiven Misshandlungen aus. Tatverdächtig ist den Ermittlungen zufolge der 32-jährige Lebensgefährte der Mutter. Die Frau hatte am Donnerstag die Rettungskräfte alarmiert, die das Kind ins Krankenhaus nach Aalen (Ostalbkreis) brachten. Dort sei das 23 Monate alte Kind am Donnerstagabend gestorben.

Luftbild des Ostalbklinkums in Aalen (Foto: Pressestelle, Ostalbklinikum Aalen)
Der misshandelte Junge wurde ins Ostalbklinikum Aalen eingeliefert (Archivbild). Pressestelle Ostalbklinikum Aalen

Junge "reanimationsbedürftig" in Klinik eingeliefert

Der Junge sei bereits "reanimationsbedürftig" in die Klinik eingeliefert worden. Schon da habe der Verdacht bestanden, dass das Kind misshandelt wurde. "Der Rettungsdienst hat dann direkt die Kriminalpolizei verständigt", sagte Bernd Märkle vom Polizeipräsidium Aalen am Montag dem SWR. Nach dem Tod des Kindes habe die Staatsanwaltschaft Ellwangen am Freitag eine Obduktion veranlasst. "Diese hat den Verdacht auf eine Misshandlung leider bestätigt", so Märkle.

Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis lagen bei dem verstorbenen Kleinkind "multiple Verletzungen" - also Mehrfachverletzungen - vor. Deshalb müsse von "massiven Misshandlungen" ausgegangen werden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Tatverdächtiger wegen versuchten Totschlags in Untersuchungshaft

Der tatverdächtige Lebensgefährte der Mutter des Kindes war noch am Freitagabend festgenommen worden. Der 32-Jährige wurde am Samstag einem Haftrichter vorgeführt und befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ellwangen, Armin Burger, sagte dem SWR am Montagnachmittag, der Vorwurf laute auf versuchten Totschlag und Misshandlung von Schutzbefohlenen.

Der Tod des Zweijährigen hat in ganz Bopfingen große Betroffenheit ausgelöst. Bürgermeister Gunter Bühler (CDU) sagte dem SWR, er habe nach dem Bekanntwerden des Falls viele Nachrichten aus der Bevölkerung erhalten. "Das geht einem schon sehr, sehr nahe." Bühler weiß nach eigenen Angaben bereits seit einigen Tagen von der Tat. Die Polizei habe ihn informiert.

Familie lebte erst seit Anfang des Jahres in Bopfingen

Die Mutter sei mit ihrem Sohn und vermutlich einem Geschwisterkind erst im Frühjahr nach Bopfingen gezogen. Ihr Lebensgefährte habe, so Bühler, nicht dort gewohnt. Er sei zumindest nicht dauerhaft da und in der Stadt gemeldet gewesen. Außerdem habe das Kind keine städtische Einrichtung besucht. "Es war leider nicht in einer unserer Einrichtungen, vielleicht hätte man sonst auch etwas mitbekommen können", sagte Bühler.

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SWR