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Zu Corona-Infektionen mit der dänischer Variante im Kreis Neu-Ulm gibt es widersprüchliche Aussagen. Laut Landratsamt fehlt noch ein gesicherter Nachweis. Andererseits starb ein Mann, bei dem ein Labor die Mutation festgestellt hatte.

Das Landratsamt Neu-Ulm widerspricht Angaben eines Labors, wonach eine dänische Corona-Mutation im Kreisgebiet nachgewiesen worden sei. Es beruft sich dabei auf fachliche Informationen des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Patient aus Senden gestorben

Das Landratsamt Neu-Ulm betont in seiner aktuellen Mitteilung, dass bislang kein gesicherter Nachweis zu dieser dänischen Virusmutation in Proben aus Bayern vorläge. Am Mittwoch hatte der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger im Interview mit dem SWR erklärt, ein Mann sei gestorben, bei dem das Labor Anfang Januar die mutierte Variante aus Dänemark festgestellt habe. Der Patient war demnach zur Tagespflege in einem Pflegeheim in Senden.

Eine erstmals bei dänischen Nerzen festgestellte Mutation hatte das Landratsamt zwar bestätigt. Dabei handle es sich aber bislang um einen Verdachtsfall, betont die Behörde. Dass die Variante aus Dänemark ein höheres Risiko darstelle, sei zudem bisher weder beim Robert-Koch-Institut noch beim zuständigen Europäischen Zentrum festgestellt worden.

Bestätigung der Virusvariante steht noch aus

Das Landratsamt wartet derzeit noch auf eine endgültige Bestätigung der Labore. Bei dem Infizierten aus dem Kreis Neu-Ulm handelte es sich laut dem Augsburger Labor um eine Person über 60 Jahre. Einen ähnlichen Fall gibt es möglicherweise auch im bayerischen Landkreis Ansbach.

Alle Mitarbeiter und Bewohner getestet

In dem betroffenen Heim im Kreis Neu-Ulm seien alle Mitarbeiter und Bewohner sofort getestet worden, so Landrat Freudenberger weiter. Die Ergebnisse dieser Tests stehen noch aus. Es habe aber keine Häufung an positiven Fällen aus diesem Heim in den letzten Wochen gegeben. Gleichzeitig sei es schwierig, so der Landrat, jetzt noch bei möglichen Kontaktpersonen Mutationen nachzuweisen.

Augsburger Labor: Mutation zufällig entdeckt

Die Mutation war bei der Zusammenarbeit eines Augsburger und eines Salzburger Labors nachgewiesen worden. Nach Angaben des bayerischen Labors sei es eher ein Zufallsfund gewesen. Bereits im Dezember hatte das Labor demnach zufällig Proben ausgewählt und diese nach Salzburg geschickt. Das österreichische Labor soll auf die Analyse von Mutationen spezialisiert sein.

Coronavirus-Variante galt als ausgerottet

Die Variante des Virus war im vergangenen Jahr auf einer dänischen Nerzfarm entdeckt worden. Wissenschaftler waren eigentlich davon ausgegangen, dass die Mutation aus Dänemark ausgerottet ist. Rund 17 Millionen Nerze wurden gekeult, nachdem sich dort die Variante mit dem Namen "Cluster-5" unter Tieren und später auch unter Menschen ausgebreitet hatte.

Die Gefahr ist grundsätzlich: Wenn sich ein Virus in einer großen Population ausbreitet, könnte es sich schnell verändern, so dass Impfstoffe nicht mehr wirksam sind.

Virologe Mertens zur Wirksamkeit des Impfstoffes

Bisher gibt es, so der Ulmer Virologe Thomas Mertens, etliche Mutanten des Coronavirus. Bei den bisher untersuchten Varianten sei die Wirksamkeit des Impfstoffes trotzdem wahrscheinlich gewährleistet. Die Wirksamkeit der Impfung werde durch aufwendigere, biologische Tests bestimmt, sagte Mertens dem SWR.

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