Museumsmacher: Barocke Kunst hat "zu wenig Beachtung gefunden"

Unfassbar sinnlich: Ausstellung "Barock in Ulm!" will Stadtgeschichten erzählen

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Gotik war in Ulm die dominierende Bauart. Das Museum Ulm will mit seiner Frühjahrsausstellung zeigen, dass es in der Stadt auch so bedeutende wie sinnlich-schöne Barock-Kunst gab.

Es ist eine unfassbar sinnliche Kunst, die das Museum Ulm in der Ausstellung "Barock in Ulm!" präsentiert. Die zwei ringenden Nymphen zum Beispiel: Eine lustvolle, wie erotische Skulptur des barocken Ulmer Künstlers Johann Ulrich Hurdter.

Johann Ulrich Hurdter, Zwei ringende Nymphen, Ulm Ende des 17. Jahrhundert (Foto: Pressestelle Museum Ulm)
Der Ulmer Künstler Johann Ulrich Hurdter und die Sinnlichkeit: Zwei ringende Nymphen, eine Leihgabe des Kunsthistorischen Museums Wien. Spezialität des Künstlers und seines Lehrmeisters David Heschler (1611 - 1667) waren kleinformatige Skulpturen aus Elfenbein oder Holz. Pressestelle Museum Ulm Bild in Detailansicht öffnen
Ein Meisterwerk des Barock aus Elfenbein - made in Ulm im 17. Jahrhundert. David Heschler und sein Schüler Johann Ulrich Hurdter (1631/32 – 1716) schufen in der Münsterstadt grandiose Werke. Unter den Exponaten im Museum Ulm ist auch eine Leihgabe des dänischen Nationalmuseums. Zusehen ist unter anderem die "Kreuzabnahme Christi", ein Werk Henschlers entstanden um 1660. Pressestelle Museum Ulm, Roberto Fortuna Bild in Detailansicht öffnen
Zu Lebzeiten waren David Heschler und Johann Ulrich Hurdter gefragte Künstler. Heute sind sie selbst in Ulm weitgehend unbekannt. Dabei haben sie so dynamische, sinnliche Kunst geschaffen. Hier die verschlungene Skulptur "Neptun und Amphitrite" von David Heschler, entstanden in Ulm um 1660. Pressestelle Museum Ulm Bild in Detailansicht öffnen
Sieht aus wie ein edler Wischmop. Aber auf den Streifen ist die Geschichte der Welt festgehalten. Diese Art Weltchronik in Form einer Bußgeißel gibt es nur fünf Mal überhaupt. Und zwei der Exemplare sind in Ulm. Pressestelle Museum Ulm Bild in Detailansicht öffnen
Die berühmte Elefantenkuh "Hansken" war Mitte des 17. Jahrhunderts in Ulm. Hier ein Flugblatt mit den Kunststücken der Elefantendame. Die besonderen Fähigkeiten des Tieres inspirierten europaweit Künstler. Für Ulm war es eine Zeit der Extreme: Der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen waren auch hier spürbar. Bis zu 16.000 Menschen flüchteten sich zeitweise hinter die schützenden Mauern der Stadt. Das kulturelle Leben ging jedoch weiter und brachte es zu einer neuen Blütezeit. Pressestelle Museum Ulm Bild in Detailansicht öffnen
So schön kann Biertrinken sein: Ein Ulmer Zierhumpen aus Elfenbein und Silber von Johann Ulrich Hurdter und Johann Adam Kienlin. Pressestelle Museum Ulm, Karl-Siegfried Mühlensiep Bild in Detailansicht öffnen

Hurdter steht gemeinsam mit seinem Lehrmeister David Heschler im Mittelpunkt der Ausstellung mit barocker Ulmer Kunst. Die beiden Männer schufen als Bildschnitzer meisterliche Werke. Ihre Spezialität waren virtuose kleinformatige Skulpturen aus Elfenbein oder Holz. Neben religiösen Themen bedienten sie den Zeitgeschmack mit sinnbildlichen oder mythologischen Darstellungen. Zu Lebzeiten waren sie gefragte Künstler. Heute sind sie selbst in Ulm weitgehend unbekannt. Das soll sich mit der Schau "Barock in Ulm!" nun ändern.

Barock in Ulm! - Leihgaben von internationalen Museen

Internationale Leihgaben unter anderem des Rijksmuseums Amsterdam, des Kunsthistorischen Museums Wien, der Königlich Dänischen Sammlung Kopenhagen und anderer Museen ermöglichen die Neuentdeckung dieses Kapitels der Ulmer Kunstgeschichte.

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