Im Mordprozess von Munderkingen hat der Angeklagte am Dienstagvormittag vor dem Ulmer Landgericht ein Geständnis abgelegt. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Stefan Puchner)

Nach tödlichem Messerangriff in Munderkingen

Landgericht Ulm: Angeklagter im Mordprozess legt Geständnis ab

STAND

Im Mordprozess von Munderkingen hat der Angeklagte am Dienstagvormittag vor dem Ulmer Landgericht ein Geständnis abgelegt. Er gab den Messerangriff auf einen Arbeitskollegen zu.

Der nach eigenen Angaben 30-Jährige räumte ein, im Juni vergangenen Jahres in einer Firma in Munderkingen (Alb-Donau-Kreis) seinen Arbeitskollegen in der Frühstückspause von hinten angegriffen und auf ihn eingestochen zu haben - laut Gerichtsmediziner insgesamt neun Mal. Der 54-jährige Kollege starb trotz medizinischer Notfallbehandlung noch am Tatort.

Das Motiv ist laut Staatsanwaltschaft unklar. Vor Gericht schilderte der Angeklagte, dass er am Tag vor der Tat vom Tod seiner Mutter in Afghanistan erfahren habe. Für diesen Tod machte er demnach seinen Arbeitskollegen verantwortlich. Dieser habe Schlimmes über seine Familie gebracht.

Angeklagter war in psychiatrischer Behandlung

Kurz vor dem mutmaßlichen Mord habe er zu dem 54-Jährigen gesagt: "Du hast meine Mutter getötet". In mehreren Träumen habe er zudem Tiere gesehen, die über ihn gekommen seien, sagte der Mann aus. Nach Angaben des Gerichts war der Angeklagte zuvor bereits in psychiatrischer Behandlung. Ein Psychiater nimmt auch als Gutachter am Prozess teil. So soll laut Verteidigung auch überprüft werden, ob der Angeklagte überhaupt schuldfähig ist.

Der mutmaßliche Täter war nach eigener Aussage gut mit der Familie des Opfers befreundet. Der 54-Jährige hatte dem Angeklagten nach dessen Aussage die Anstellung in der Firma in Munderkingen besorgt, bei der beide Männer während der Tat arbeiteten.

Urteil für Februar erwartet

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Heimtücke vor, da er die Wehr- und Arglosigkeit des Opfers ausgenutzt habe. Die Ehefrau und Kinder des Mannes sind Nebenkläger in dem Verfahren. Der Prozess gestaltet sich schwierig, weil alle Aussagen vor Gericht von einem Dolmetscher übersetzt werden. Bislang sind fünf Verhandlungstage mit Dutzenden Zeugen geplant. Ein Urteil könnte Mitte Februar gesprochen werden.

Prozesse am Landgericht Ulm

Oberstadion/Ulm

Urteil am Landgericht Ulm Mutter aus Oberstadion muss wegen Mordes 13 Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht Ulm hat eine Frau aus Oberstadion (Alb-Donau-Kreis) zu 13 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt. Die 36-Jährige hat ihre Kinder im April dieses Jahres getötet.

Ulm, Ebersbach

Urteil vor dem Landgericht Ulm Lebenslange Haft für Angeklagte im Prozess um Tod eines Imams

Im Prozess um den Tod eines 26-jährigen Imams in Ebersbach an der Fils (Kreis Göppingen) hat das Landgericht Ulm die beiden Angeklagten am Montag zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Geislingen, Ulm

Urteil am Landgericht Ulm Elfjährige in Geislingen vergewaltigt: Haftstrafen für zwei 19-Jährige

Im Prozess um die Vergewaltigung einer Elfjährigen sind die beiden Angeklagten am Freitag von der Jugendkammer des Ulmer Landgerichts zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden.

STAND
AUTOR/IN
SWR