STAND

Der überlastete Verkehrsraum im Brenz- und Kochertal muss modernisiert werden. Dazu hat sich am Freitag der Mobilitätspakt Ostwürttemberg gegründet. Der BUND kritisiert den Pakt bereits.

In einer virtuellen Konferenz haben 15 Partner den Mobilitätspakt für den Raum Aalen/Heidenheim unterzeichnet: Die beiden Landkreise, Städte und Gemeinden, Verbände, Hochschulen und große Wirtschaftsunternehmen arbeiten an dem neuen vernetzten Verkehrskonzept mit. Das Regierungspräsidium Stuttgart leitet das Projekt, das Landesverkehrsministerium begleitet es.

Erster Schritt: Entwicklung eines Konzeptes

Zunächst soll ein Verkehrskonzept entwickelt werden. Wieviel Geld dann letztendlich für die Erneuerung in die Hand genommen werden muss, ist noch völlig unklar. In der Videokonferenz wurde allerdings auch deutlich, dass die 15 Partner schon jetzt wissen, woran es hapert. Als Erstes muss das Angebot des öffentlichen Nahverkehrs verbessert werden, damit Bus- und Bahnverbindungen besser vernetzt sind. Dann brauchen die Radfahrer bessere Wege. Auch an die vielen Autopendler wollen die Partner denken, zum Beispiel, indem Straßen saniert werden. Alles soll so umweltbewusst wie möglich geschehen.

BUND kritisiert: zu wenig Klimaschutz

Genau das prangert schon jetzt der BUND Ostwürttemberg an: Der Klimaschutz komme zu kurz. Der BUND spricht von einem Bündnis der Beliebigkeit und fordert, mehr Augenmerk auf die Erreichung der Klimaschutzziele zu legen. Der ÖPNV sowie Strukturen für Rad- und Fußgänger seien jahrelang vergessen worden. Ohne eine zweigleisige, elektrifizierte Brenzbahn sei eine zukunftsfähige Mobilität nicht darstellbar, heißt es in einem Schreiben des BUND.

Täglich stehen Tausende Pendler im Stau

Tausende von Zeiss-Pendlern stehen jeden Tag im Stau auf den Abfahrten der B19 nach Oberkochen. Dann quält sich der Verkehr durch Königsbronn, die Ampelkreuzungen sind völlig überfordert. Viele Pendler gerade aus dem Raum Ulm kommen auch per Zug. Sie klagen über unpünktliche und schlecht getaktete Züge, die nicht zum Arbeitsbeginn passen.

 Bürgerbeteiligung erwünscht

Neben den 15 Partnern sollen auch Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen und Erfahrungen einbringen. Jeder darf im Rahmen des Mobilitätspakts mitmachen. Mit der Unterzeichnung am Freitagnachmittag wurde eine Beteiligungsplattform im Internet freigeschaltet. Man kann sich darin über den Fortschritt der Pläne informieren und selbst einbringen. Bis zum 20. Dezember, also kurz vor Weihnachten, kann man sich aktiv beteiligen. Anschließend werden die Ergebnisse ausgewertet und – wenn sie gut sind – auch umgesetzt.

Offen für alle Ideen

Denkverbote soll es nicht geben, versichern die Partner. So geisterte schon vor Monaten die Idee einer Seilbahn zwischen Heidenheim und Oberkochen durch die Medien. Der Mobilitätspakt ist nach heutigem Stand bis 2025 geplant, das heißt nicht, dass bis dahin alles fertig ist. Aber dann wird Bilanz gezogen.

STAND
AUTOR/IN