Spritzen gefüllt mit dem Impfstoff von BiontechPfizer gegen Covid 19 liegen auf einem Tisch in einer Hausarztpraxis (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Bodo Schackow)

Impfaktionswoche gegen die Pandemie

Mobile Teams im Kreis Heidenheim: 70 Impfungen pro Einsatz

STAND

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie soll eine bundesweite Impfaktionswoche helfen. Mobile Impfteams sind auch in der Region weiterhin unterwegs. Wie sind die Erfahrungen im Kreis Heidenheim?

Beim Einkaufen, Bummeln oder nach dem Training - man kann sich vielerorts ohne Termin gegen das Corona-Virus impfen lassen. Auch im Kreis Heidenheim sind mobile Impfteams unterwegs. Der Leiter des Kreisimpfzentrums Heidenheim, Michael Koffer, zog im SWR eine Bilanz.

SWR: Wie ist der Ablauf, wie funktioniert ein mobiles Team?

Durchschnittlich 70 Impfungen pro Einsatz vom mobilen Impfteam: Diese Bilanz zieht der Leiter des Kreisimpfzentrums Heidenheim, Michael Koffer.  (Foto: Landratsamt Heidenheim)
Durchschnittlich 70 Impfungen pro Einsatz vom mobilen Impfteam: Diese Bilanz zieht der Leiter des Kreisimpfzentrums Heidenheim, Michael Koffer. Landratsamt Heidenheim

Michael Koffer: Der Ablauf ist so, dass wir tatsächlich mit einem Bus rausfahren mit unserer Besatzung. Dann gibt es zwei Optionen: Entweder wir haben dort eine Liegenschaft, wo wir unterkommen. Oder wir sind wirklich auf einem Parkplatz. Da nehmen wir zwei Pavillons mit. Das kann man sich vorstellen wie im Garten: Da bauen wir unsere Pavillons auf, richten die ein und fangen dann an zu impfen.

Baden-Württemberg

Zahlreiche Impfaktionen geplant Aktionswoche #HierWirdGeimpft: Wo in Baden-Württemberg Corona-Impfungen angeboten werden

Mit einer bundesweiten Aktionswoche soll die Impfkampagne in Deutschland neuen Schub bekommen. Auch in Baden-Württemberg soll es zahlreiche niedrigschwellige Angebote geben.  mehr...

Und die Leute kommen dann von selbst? Oder müssen Sie aktiv losgehen und sagen, "komm doch und lass dich noch impfen"?

Wir handhaben das so, dass wir frühzeitig, meistens mit einer Woche Vorlauf das Ganze bewerben - in der örtlichen Tageszeitung, auf der Internetseite, in den sozialen Medien. Diejenigen, die dann tatsächlich zu uns zum Impfen kommen, das sind dann die, die von selber kommen. Wenn jetzt auf dem Parkplatz jemand kommt, der es nicht über die Werbeaktion mitbekommen hat oder eine Nachfrage hat, da stehen wir auch zur Verfügung. Es ist aber nicht so, dass wir hingehen und sagen: "Kommen Sie doch zum Impfen". Sondern wir machen Werbung und Marketing, damit das von selber ins Rollen kommt.

Und läuft das, da kommen auch Leute?

Wir haben seit dem 13. Juli in 51 Einsätzen rund 3.500 Menschen erreicht. Das gibt einen Durchschnitt von fast 70 Impfungen pro Einsatz. Das sind manchmal 20 pro Einsatz und manchmal bis zu 140. Das ist aber auch dem geschuldet, wo man mit dem mobilen Impfteam hingeht.

Was sagen die Impfwilligen, warum sie sich jetzt erst impfen lassen?

Das Häufigste ist, dass man den Benefit sieht, man kann jetzt zwei Dinge gleichzeitig machen. Man kann das Nützliche verbinden. Andere haben gesagt: "Ich wollte einfach noch abwarten."

Nimmt jetzt die Zahl der Impfwilligen ab oder steigt das jetzt eher, wie ist die Tendenz?

Wir haben momentan eine relative Konstante, bis auf die Unterschiede je nach Einsatzort. Wir hätten eher gedacht, dass es noch einmal zu einer Zunahme kommt, jetzt, wo klar ist, dass die Kreisimpfzentren schließen werden zum 30. September. Aber zum aktuellen Zeitpunkt sind wir bei uns im Kreis Heidenheim relativ konstant unterwegs.

Wie ist die Impfquote im Landkreis Heidenheim?

Die Impfquote liegt aktuell bei 55,8 Prozent, das sind Menschen mit einer Erstimpfung. Und 53,1 Prozent sind vollständig geimpft. Wobei da natürlich zu berücksichtigen ist, dass wir nie genau wissen, wie der prozentuale Anteil bei den Kindern ist.

Die Impfzentren werden zum Monatsende geschlossen. In Ulm geht das mobile Impfen trotzdem weiter. In Heidenheim soll aber das mobile Impfen bis Ende des Monats auch beendet werden. Warum?

Die Entscheidung ist seitens des Landes gefallen. Man hat gesagt, ab dem 1. Oktober wird man weiterhin in der Fläche aktiv sein und hat dort zwölf Standorte eruiert, wo das angesiedelt sein soll. Den zwölf Standorten sind verschiedene Kreise zugeordnet.Bei uns im Umfeld haben Schwäbisch Hall und Ulm den Zuschlag bekommen. Das heißt, auch in Heidenheim werden weiterhin mobile Impfteams unterwegs sein, aber eben nicht mehr aus der Hand des Landkreises. Wir sind den Ulmer mobilen Impfteams zugeordnet. Das heißt, es wird dann von Ulm aus koordiniert.

Baden-Württemberg

Schließung Ende September Ende der Corona-Impfzentren in Baden-Württemberg: Ausbleibende Zweitimpfungen befürchtet

Ende September sind die Corona-Impfzentren in Baden-Württemberg Geschichte. Arztpraxen sollen dann ihre Aufgabe übernehmen. Vor allem mit Blick auf die Zweitimpfungen gibt es daran Kritik.  mehr...

Mehr zum Thema

Langzeitfolgen nach einer Corona-Impfung?

Viele befürchten Langzeitfolgen nach einer Corona-Impfung. Warum das sehr unwahrscheinlich ist und Nebenwirkungen nicht erst nach Monaten oder Jahren auftreten.  mehr...

Kampf gegen Corona Covid-19: Wo steht die Medikamentenentwicklung?

Einigkeit bei Experten: Ein Ausweg aus der Pandemie kann nur eine erfolgreiche Impfkampagne liefern. Medikamente könnten eine Erleichterung schaffen. Doch welche stehen zur Verfügung?  mehr...

Corona-Pandemie Nasensprays zur Abwehr von Covid-19

Studien zeigen, dass Nasenspülungen oder -Sprays die Viruslast und damit das Risiko einer Corona-Infektion verringern könnten. Daran forschen bereits einige Unternehmen weltweit.  mehr...

STAND
AUTOR/IN