Für mehr Mobilität im ländlichen Raum

Alternative zum Busfahren: "Mitfahrbänkle" von Neresheim bis Crailsheim

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Frank Polifke
Frank Polifke (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)
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Maren Haring
Maren Haring (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Ab Mai werden im östlichen Ostalbkreis und im Kreis Schwäbisch Hall gut 140 sogenannter Mitfahrbänkle aufgestellt. Hier sollen unkompliziert Autofahrer und Mitfahrwillige zusammenkommen.

Die Mitfahrbänkle wurden im Aalener Landratsamt vorgestellt und sollen in der Jagstregion aufgestellt werden. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Die Mitfahrbänkle wurden im Aalener Landratsamt vorgestellt und sollen in der Jagstregion aufgestellt werden.

In Stimpfach, Jagstzell, Ellenberg und auch Westhausen sollen sie stehen: Rote Bänke, daneben ein Schild "Mitfahrbänkle". Mehr als 20 Kommunen sollen an das Netz angebunden werden. Wer in den nächsten Ort will, muss nicht mehr den Daumen rausstrecken, sondern hängt ein Schild auf.

"Eine wichtige, innovative Ergänzung für die Mobilität im ländlichen Raum"

Die Mitfahrbänkle wurden im Aalener Landratsamt vorgestellt und sollen in der Jagstregion aufgestellt werden. (Foto: SWR, Frank Polifke)
So funktionierts: Zielort auswählen, an das Schild hängen und warten.

Das System funktioniert so: An dem Schild "Mitfahrbänkle" gibt es zwei Haken. Hier lässt sich ein kleines Schildchen anbringen mit dem Ortsname des gewünschten Ziels. Diese Schilder finden sich am Mast in einem Kasten. Wer beispielsweise von Ellwangen nach Pfahlheim will, hängt das Schildchen "Pfahlheim" auf, setzt sich auf die Bank und wartet.

Das von dem Verbund Jagstregion initiierte Projekt wurde am Dienstag im Aalener Landratsamt vorgestellt. Es gebe auch im ländlichen Raum Bus und Bahn, aber die Taktzeiten könne man nicht wie in einer Stadt organisieren. Daher brauche es eine Ergänzung, so Joachim Bläse (CDU), Landrat im Ostalbkreis.

Die Mitfahrbänkle wurden im Aalener Landratsamt vorgestellt und sollen in der Jagstregion aufgestellt werden. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Die Karte zeigt die Orte, in denen zum Teil auch mehrere "Mitfahrbänkle" stehen sollen.

"Man kennt sich noch. Wenn da jemand sitzt, kennt man ihn und nimmt ihn mit. So hat man die Chance, miteinander ins Gespräch zu kommen."

"Mitfahrbänkle": Nachbarschaftshilfe und neues Miteinander

Die "Mitfahrbänkle" seien zudem eine Gelegenheit für die Menschen, zusammenzukommen und Kontakte zu knüpfen. Es sei als eine Art erweiterter Nachbarschaftshilfe zu verstehen, hieß es vom Landratsamt. Der Ostalbkreis oder andere Beteiligte übernehmen darüber hinaus keine Haftung. Im Falle eines Unfalls greife demzufolge die Haftpflichtversicherung des Autofahrers oder der Autofahrerin.

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