Ein 28-jähriger Mann hat laut Polizei am Sonntag im Ulmer Münster eine Pfarrerin mit einem Messer angegriffen. (Archivbild) (Foto: IMAGO, IMAGO / Jürgen Ritter)

Vorfall am Sonntagvormittag

Ulmer Münster: Mann nach Messerangriff auf Pfarrerin in U-Haft

Stand

Nach einem Messerangriff auf eine Pfarrerin im Ulmer Münster am Sonntag, sitzt der 28-jährige Angreifer in Untersuchungshaft. Ihm wird versuchter Totschlag vorgeworfen.

Der Mann habe versucht, die Pfarrerin mit dem Messer zu verletzen. Dabei soll er aus etwa einem Meter Entfernung mehrmals mit dem Messer in ihre Richtung gestoßen haben. Die 39-jährige Pfarrerin konnte laut Polizei ausweichen und rief über ein Mikrofon um Hilfe. Dadurch wurden Besucher des Gottesdienstes, den sie anschließend hielt, auf den Angriff aufmerksam.

Daraufhin durchtrennte der 28-Jährige das Kabel des Lautsprechers, ließ dann aber von der Pfarrerin ab und verließ das Münster. Passanten hatten ihn dazu mehrfach aufgefordert, so die Polizei. Die Frau konnte sich in Sicherheit bringen und blieb unverletzt. Die Beamten konnten den Mann wenig später auf dem Münsterplatz festnehmen.

Hintergründe des Angriffs auf Pfarrerin in Ulm unklar

Warum der Mann die Pfarrerin angriff, ist bislang nicht bekannt. Zuvor soll er sechs Holzfiguren an Kirchenbänken mit dem Messer beschädigt haben.

Der 28-Jährige wird des versuchten Totschlags verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft werde im Rahmen der noch laufenden Ermittlungen auch den psychischen Zustand des Mannes begutachten lassen.

Dekan Gohl: Ulmer Münster auf Anschlagsszenarien gut vorbereitet

Der Schock sitze der Pfarrerin auch einen Tag nach der Attacke noch in den Gliedern, sagte der Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl dem SWR. Sie habe aber den Gottesdienst trotz des Angriffs feiern wollen. Grundsätzlich sei das Ulmer Münster auf Anschlagsszenarien gut vorbereitet, so Gohl.

Mehr zum Ulmer Münster

Ulm

"Roofing" am höchsten Kirchturm der Welt Ulmer Münster: Illegale Kletterer müssen Geldstrafe zahlen

Die Kletterpartie auf dem Ulmer Münster wird für zwei Belgier teuer. Wie die "Südwest Presse" berichtet, hat das Ulmer Amtsgericht die beiden zu einer Geldstrafe verurteilt.

Stand
AUTOR/IN
SWR