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Die Corona-Pandemie setzt den Arbeitsmarkt in Ostwürttemberg und in der Region Donau-Iller weiter unter Druck. Die Arbeitslosigkeit nahm im Mai weiter zu, Entlassungen stehen bevor.

Die Zahl der Arbeitslosen sei im Mai entgegen der üblichen Entwicklung zu dieser Jahreszeit weiter gestiegen, berichtete die Agentur für Arbeit in Ulm, wenn auch nicht so deutlich wie im April. Auch in den Kreisen Ostalb und Heidenheim stieg die Zahl der Jobsuchenden. Auch wenn der Anstieg weniger deutlich ausfiel als im April, könne man noch nicht von einer Trendwende sprechen, hieß es von der Agentur für Arbeit in Aalen.

"Wir gehen aufgrund der von den Betrieben angezeigten Entlassungen von weiter steigenden Arbeitslosenzahlen aus."

Elmar Zillert, Leiter der Agentur für Arbeit in Aalen

Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich der Anstieg besonders deutlich: Derzeit liegen die Arbeitslosenzahlen in Ostwürttemberg und in der Stadt Ulm um mehr als 40 Prozent höher als im Mai 2019, im Alb-Donau-Kreis und im Landkreis Biberach um 50 Prozent.

Steigende Kurzarbeit in Ostwürttemberg erwartet

Hinzu kommt, dass im Moment kaum eine Firma neue Beschäftigte einstellt. Viele Mitarbeiter sind bereits in Kurzarbeit und es werden laut Prognose noch weitere dazukommen. Vor allem in Ostwürttemberg, wo derzeit mehr als jeder dritte Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen ist und zwar in nahezu allen Branchen.

Auch Strukturwandel Grund für Arbeitslosigkeit

Die auffallend hohe Arbeitslosigkeit in Ostwürttemberg liegt nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten jedoch nicht ausschließlich an der Corona-Krise. So verweist der Aalener Agenturleiter auf den derzeitigen Strukturwandel. Er appelliert an die Arbeitnehmer, die derzeit ohne Arbeit oder in Kurzarbeit sind, die freie Zeit zu nutzen, um sich für den künftigen Arbeitsmarkt weiter zu qualifizieren.

Trotz Corona mehr Lehrstellenangebote als Bewerber

Für Ausbildungsplatzbewerber sieht es im Übrigen trotz Corona-Krise nicht schlecht aus. Es gebe zwar Arbeitgeber, die ihr Lehrstellenangebot zurückzögen, so Zillert. Aber die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe sei nach wie vor sehr hoch und auch die Zahl der Bewerber sei deutlich zurückgegangen.

"Wir haben im Augenblick noch 617 Bewerber, die noch nicht versorgt sind und 1.801 offene Stellen. 

Elmar Zillert, Leiter der Agentur für Arbeit in Aalen
Arbeitslosenquoten im Vergleich
Mai 2020April 2020Mai 2019
Ulm4,44,23,2
Alb-Donau-Kreis3,23,02,2
Kreis Biberach2,72,51,8
Ostalbkreis3,73,52,7
Kreis Heidenheim5,14,83,6
Kreis Dillingen2,72,61,8
Kreis Donau-Ries2,32,11,4
Kreis Günzburg2,62,41,6
Kreis Neu-Ulm3,43,22,1

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