Spielfeld von Hügeln übersät

Maulwurf wütet auf Sportplatz - TSG Hofherrnweiler bei Aalen muss Fußballspiele absagen

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Sarah Umla
Sarah Umla (Foto: SWR)
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Peter Köpple
Peter Köpple (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Der Sportplatz der TSG Hofherrnweiler bei Aalen (Ostalbkreis) ist übersät von Maulwurfshügeln und gilt daher als unbespielbar. Einige Ligaspiele mussten bereits abgesagt werden.

Fußballplatz des TSG Hofherrnweiler ist von Maulwurfshügeln übersäht (Foto: SWR, Peter Köpple)
Der Fußballplatz des TSG Hofherrnweiler ist von Maulwurfshügeln übersät. Peter Köpple

Im Kampf der TSG Hofherrnweiler gegen den Maulwurf steht es 1:0 - und zwar für den tierischen Besuch. Seit dem 2. Oktober findet auf dem Fußballplatz in Hofherrnweiler wegen des Maulwurfs kein Spiel mehr statt.

"Da ist alles hohl", sagt Platzwart Werner Haas. Er gräbt regelmäßig mit Rechen und Händen die Maulwurfshügel auf. 77 Maulwurfshügel hat er an diesem Tag auf dem Fußballfeld gezählt. Der gesamte Platz ist inzwischen unterhöhlt, ist dadurch zur Gefahr für die Spieler geworden. Vereinsvorsitzender Achim Pfeifer knickt mit einem Fuß in den Boden ein. "Solche Stellen gibt es hier zu genüge. Da soll mir jemand sagen, wer hier noch Fußballspielen soll", schildert er verärgert.

Instabiler Platzuntergrund sorgt für Verletzungen

Fünf TSG-Kicker haben sich bereits Bänderverletzungen zugezogen und auch Gastvereine und Schiedsrichter haben sich beschwert. Der Verein hat sich an die untere Naturschutzbehörde im Landratsamt des Ostalbkreises gewandt, aber der Maulwurf ist geschützt - es gilt nämlich das Bundesnaturschutzgesetz, sagt die Sprecherin Susanne Dietterle. "Dieses besagt, dass man Maulwürfe weder Fangen noch Töten darf. Man darf sie höchstens vergrämen - das heißt vertreiben."

Den Maulwurf zu verjagen, ist leichter gesagt als getan. Platzwart Haas hat es schon mit Geruchskugeln - mit getrockneten Walnussblättern - versucht. Die TSG will aber nicht aufgegeben, hat im Netz recherchiert. "Es gibt Vibrationsgeräte, damit verjagt man den Maulwurf ein paar Meter weit weg, aber am nächsten Tag wird weitergegraben", schildert Haas. Der unterirdische Gegner wehrt bisher jeden Angriff ab.

Maulwurf profitiert von Corona

Dass er überhaupt so stark werden konnte, da sind sich alle einig, liegt an Corona. Durch die langen Spielpausen konnte sich der Maulwurf, der sonst bei Lärm und Erschütterungen flüchtet, in aller Ruhe ausbreiten. Zurzeit weichen die Kicker auf den Kunstrasenplatz der TSG Hofherrnweiler aus. Dort wird es allerdings bei 550 aktiven Fußballern und 19 Mannschaften eng. Teilweise wurde deshalb schon auf andere Gemeinden ausgewichen, so Vereinschef Pfeifer.

Maulwurf-Maskottchen "Hofi" des TSG Hofherrnweiler steht auf dem Fußballplatz bei Aalen (Foto: SWR, Peter Köpple)
Maskottchen "Hofi" ist zwar ausgerechnet ein Maulwurf, hat aber mit den vielen Hügeln auf dem Sportplatz nichts zu tun. Peter Köpple

Der Rasenplatz soll nun komplett abgetragen und neu gemacht werden. Das kostet 500.000 Euro. An ihrem Maskottchen "Hofi" will die TSG Hofherrnweiler übrigens festhalten, auch wenn es sich um einen quasi schicksalshaften Zufall handelt. Denn "Hofi" ist ausgerechnet ein Maulwurf.

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