Sanierung des Sportplatzes der TSG Hofherrnweiler

Vorwurf der Ungleichbehandlung - Aalener Vereine warten auf Antwort

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Hannah Schulze
Hannah Schulze (Foto: SWR)
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Carola Kührig
Carola Kührig (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

Vereine in Aalen finden es ungerecht, dass die Stadt für die kompletten Kosten der Sanierung des von Maulwurfshügeln durchzogenen Sportplatzes der TSG Hofherrnweiler aufkommen will. Ein Schreiben an die Stadt blieb bislang unbeantwortet.

"Ein Schlag ins Gesicht für die Vereinsverantwortlichen", "Ungleichbehandlung" und "in keinster Weise nachvollziehbar" sei der Beschluss, dass die Stadt Aalen die kompletten Sanierungskosten für den Sportplatz der TSG Hofherrnweiler übernehme. Der Rasen auf dem Feld ist bereits abgetragen.

Frisch abgetragener Rasen auf dem Sportplatz der TSG Hoffherrenweiler ist inzwischen weg  (Foto: privat)
Der Rasen auf dem Sportplatz der TSG Hoffherrenweiler ist inzwischen weg. (Stand 31.1.) privat

Enttäuschung bei anderen Aalener Sportvereinen

Fünf Aalener Sportvereine hatten sich in einem Schreiben an die Stadt gewandt und ihrer Enttäuschung Ausdruck verliehen. Die fünf Vereine sind der Sportverein Germania Fachsenfeld (SGF), die DJK-Sportgemeinschaft Wasseralfingen (DJK), der Sportverein Wasseralfingen (SVW), der Fußball-Verein Viktoria Wasseralfingen (FVW) und der TSV Dewangen.

"Wir wollen kein böses Blut und es geht nicht um die TSG, sondern um die Frage: Warum hundert Prozent?"

Auch ihre Vereine haben laut Schreiben mit Problemen zu kämpfen. Die Corona-Pandemie habe die Lage verschlimmert. Es stelle sich die Frage, ob Ehrenamt in Aalen noch lohnenswert sei, heißt es weiter.

Dieser Film lief im November bei SWR Aktuell Baden-Württemberg:

Warum die Sanierung des TSG-Sportplatzes komplett übernommen werde, darauf habe man noch keine Antwort bekommen, so Daniel Kurz vom FVW. Auf Anfrage des SWR reagierten die Parteien im Aalener Gemeinderat per E-Mail: "Sofern ähnlich gelagerte besondere Belastungen bei anderen Vereinen ebenfalls vorliegen, sind wir im Rahmen der Gleichbehandlung bereit, auch dort über einen Ausgleich zu sprechen." Die schwierige Situation der Vereine sei ihnen zwar bewusst, die TSG befinde sich jedoch in einer Ausnahmesituation. "Es bedeutet deshalb nicht, dass wir in Zukunft generell von den Richtlinien abweichen werden", heißt es weiter.

Sportplatzsanierung: Ausnahme für "Maulwurfsfeld"?

Bei der Sportförderung hat die Stadt Aalen den eigenen Richtlinien gemäß das Ziel, die Vereine in der Stadt gleichmäßig zu fördern. Entsprechend beträgt der mögliche Investitionszuschuss an Sportvereine normalerweise 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

Beschluss des Gemeinderats

In Sachen Sportplatz der TSG Hofherrnweiler hatten Bündnis 90/ Die Grünen sowie CDU, SPD und Freie Wähler allerdings Ende vorigen Jahres beantragt, ausnahmsweise anders zu verfahren. Die Stadt solle die Baukosten für die Sanierung des "Maulwurffeldes" in Höhe von rund 525.000 Euro übernehmen, so der interfraktionelle Antrag. Maulwürfe hatten den Sportplatz unbespielbar gemacht. Der Aalener Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 20. Januar eine Sonderförderung für die Sanierung des Rasenspielplatzes der TSG beschlossen. In der Fortschreibungsliste zum Haushaltsplanentwurf für 2022 stehen 262.500 Euro als Ausgaben.

Im Haushaltsplan der Stadt Aalen für das Jahr 2021 waren in der Sportförderung für die TSG Hofherrnweiler zur "Ertüchtigung des Rasenspielfeldes" - wie es heißt - ursprünglich 390.000 Euro vorgesehen.

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