Gemeinderat Martin Vonier (links) war einer der ersten, der sich an dem Massengentest in der Blaubeurer Stadthalle beteiligte.  (Foto: SWR, Walter Notz)

Nach Taten im vergangenen Jahr

Vergewaltigung und Einbrüche in Blaubeuren: Mehr als 270 Männer geben DNA-Proben ab

STAND

Mit einem Massengentest will die Polizei in Blaubeuren einem Einbrecher und Vergewaltiger auf die Spur kommen. Am Freitag und Samstag konnten Männer freiwillig DNA-Proben abgeben.

Mehr als 270 Männer aus Blaubeuren und den Teilorten Gerhausen und Weiler (Alb-Donau-Kreis) haben sich am Freitag und Samstag an dem Massengentest der Polizei beteiligt. Mehrere Angeschriebene hätten sich bereits vorab gemeldet und sich etwa wegen Urlaubs entschuldigt, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Ulm dem SWR.

Für die rund 60 Personen soll es einen Nachholtermin geben. Den übrigen Männern, die sich bislang nicht gemeldet haben oder melden konnten, werden ebenfalls Ersatztermine angeboten. Mit ersten Ergebnissen rechnet die Polizei in einigen Monaten.

Ermittler erhoffen sich Hinweise auf Einbrecher und Vergewaltiger

Die Staatsanwaltschaft Ulm und die Polizei bewerten das Ergebnis positiv. Die Teilnehmenden leisteten einen wesentlichen Beitrag zur möglichen Aufklärung des Verbrechens, teilten sie mit.

Von den Ergebnissen erhoffen sich die Ermittler Hinweise auf einen Einbrecher und Vergewaltiger. Im Oktober und November vergangenen Jahres hatte ein unbekannter Täter versucht, in ein Wohnhaus in Blaubeuren-Gerhausen einzubrechen. Anfang Dezember wurde dann in ein Mehrfamilienhaus in Blaubeuren eingebrochen. "In der Wohnung verging sich der Unbekannte an einer Frau. Als sie erwachte, ergriff der Täter sofort die Flucht", so Polizei und Staatsanwaltschaft Ulm damals.

Video herunterladen (5 MB | MP4)

Polizei geht von "ein und demselben Täter" aus

Bei der Spurensicherung ergab sich ein Zusammenhang zwischen den Tatorten: Wegen der entdeckten DNA-Spuren geht die Polizei davon aus, dass es sich um "ein und denselben Täter" handelt. Der unbekannte Mann dürfte demnach zur Tatzeit zwischen 41 und 52 Jahre alt gewesen und in Blaubeuren oder den Teilorten Gerhausen und Weiler zu suchen sein. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ulm ordnete das Amtsgericht Ulm eine DNA-Reihenuntersuchung an.

Rund 700 Männer zum freiwilligen Speicheltest aufgerufen

Daraufhin wurden rund 700 Männer dazu aufgerufen, sich an dem zweitägigen Massengentest in der Blaubeurer Stadthalle zu beteiligen. Dabei wurde laut Polizei das jeweilige DNA-Identifizierungsmuster der Männer erstellt und mit den gesicherten Spuren verglichen. Die Ergebnisse dieses Vergleichs fließen dann in die weitere Ermittlungsarbeit ein.

Polizei: Jeder, der sich an Gentest beteiligt, leistet Beitrag zu Aufklärung

Das Ziel der Ermittler: Den Kreis der Verdächtigen im Ausschlussverfahren immer kleiner zu machen. Jeder Mann, der sich am Gentest beteilige, leiste einen aktiven Beitrag zur möglichen Aufklärung sowohl der Einbrüche als auch der Vergewaltigung, hieß es dazu.

Trier

Weitere Männer sollen Speichelprobe abgeben Neue DNA-Tests im Trierer Mordfall Hemmerle

Die Polizei plant im Trierer Mordfall Beatrix Hemmerle weitere DNA-Untersuchungen im nächsten Jahr. Das sagte ein Polizeisprecher auf SWR-Anfrage.  mehr...

DNA-Spuren führten zu Tätern Tauberbischofsheim: Vier mutmaßliche Supermarkt-Räuber gefasst

Die Kriminalpolizei in Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) ist vier weiteren Männern auf die Spur gekommen, die bei einem Überfall auf einen Tauberbischofsheimer Supermarkt dabei gewesen sein sollen.  mehr...

STAND
AUTOR/IN