Sängerinnen und Sänger heben bei der Generalprobe des Chormusicals "Martin Luther King - Ein Traum verändert die Welt" ihre Arme in die Höhe (Foto: Stiftung Creative Kirche)

Projekt will Laienchöre unterstützen

Hunderte Sängerinnen und Sänger für Chormusical in Neu-Ulm gesucht

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Für das Chormusical "Martin Luther King" in der ratiopharm Arena in Neu-Ulm werden hunderte Sängerinnen und Sänger gesucht. Mitmachen kann laut Veranstalter jeder - ob Chor oder Einzelperson.

Das Chormusical erzählt die Geschichte des schwarzen amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King. Das Werk ist ein Gemeinschaftsprojekt evangelischer Kirchen. Darunter sind unter anderem der evangelische Kirchenbezirk Ulm und die evangelische Landeskirche in Württemberg. Neben professionellen Musicalstars sollen bei dem großen Chormusical "Martin Luther King" Laien ihre Gesangskünste zum Besten geben.

Hunderte Menschen stehen um eine Bühne. Das Chormusical "Martin Luther King" wird in Dortmund 2019 aufgeführt. (Foto: Stiftung Creative Kirche)
Das Chormusical ist bereits 2019 aufgeführt worden - wie hier in Dortmund. Auch damals wirkten hunderte Sängerinnen und Sänger aus der Region mit. Stiftung Creative Kirche

Laut Veranstalter wären 600 Singende für die Neu-Ulmer ratiopharm Arena ideal, für bis zu 1.200 Sängerinnen und Sänger ist Platz. Jeder, der sich anmeldet, darf auch mitmachen. Voraussetzungen gibt es keine. Nicht mal Notenlesen können muss man. Zu einer Informationsveranstaltung am Montag seien bereits am Montag 100 Interessierte gekommen.

Corona stoppte Tour des Chormusicals

Das Chormusical tourt eigentlich bereits seit 2019 durch Deutschland. Corona zwang die Veranstalter zu einer Unterbrechung. Im Herbst soll es nun weitergehen, im Frühjahr 2023 wird dann die ratiopharm Arena Neu-Ulm zur Showkulisse.

Der Librettist des Musicals, Andreas Malessa, hat schon alle möglichen Menschen auf der Bühne mitmachen sehen: "Wir haben Choristen, die mit Rollator erscheinen. Wir haben Schulkinder. Wir haben Frauen, die am liebsten selber mittanzen würden", zählt er auf. Es gebe keine Limits. Man müsse nur gewillt sein, 22 Songs zu lernen. Das Repertoire sei groß und vor allem durch die 1960er Jahre geprägt. Die Musikrichtungen reichen laut Malessa von Gospel über Rock 'n' Roll bis hin zu Soul.

Malessa und sein Team haben sich nach eigenen Angaben bewusst für Laienchöre entschieden. Denn diese hätten in den vergangenen Jahren wegen der Corona-Pandemie besonders gelitten. Auftritte wurden abgesagt, Proben waren wegen des Infektionsrisikos nahezu unmöglich.

"Wir möchten bewusst eine Chorszene einer Stadt, einer Region fördern, indem wir sagen: Wer hat Lust, in einem Jahr in einer professionellen Show-Produktion mitzuwirken. Da habe ich nur ganz Wenige getroffen, die 'Nein' sagen."

Musical startet mit Mord Kings

Das Stück startet mit der Ermordung von Martin Luther King im Jahr 1968. In Rückblenden erzählen Befürworter und Kritiker des amerikanischen schwarzen Bürgerrechtlers über dessen Wirken. Dabei werden auch immer wieder Brücken in die heutige Zeit gebaut. Für Neu-Ulms Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) ist das Thema nach ihrer Ansicht wichtiger denn je. "Das Thema ist brandaktuell, nicht nur in den USA, sondern auch hier. Wir haben viele Schulen, die sich mit Rassismus, Antirassismus beschäftigen", sagte sie dem SWR.

Pressekonferenz zum Musical "Martin Luther King": OB Albsteiger, Czisch und Malessa sitzen dort. (Foto: SWR, Sarah Umla)
Auf einer Pressekonferenz erläuterten Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger (CSU) und Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) sowie Librettist Andreas Malessa (v.l.), worum es in dem Musicalprojekt geht. Sarah Umla

Albsteiger und Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch sind Paten des Projekts. Die Neu-Ulmer Rathaus-Chefin will beim Musical mitsingen. Czisch ist dagegen noch nicht so entschlossen: "Ich kann Schlagzeug spielen. Als Musiker weiß ich, was ich nicht kann, und dazu gehört singen. Mal schauen, vielleicht murmle ich ein bisschen mit."

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