Interview mit Gerhard Königer von der "Schwäbischen Post"

Lebendige Tradition rund um den Maibaum auf der Ostalb

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Seit vielen Jahren gibt es ihn, den traditionellen Maibaumwettbewerb für die Städte, Gemeinden und Dörfer auf der Ostalb. Ausgerichtet von der "Schwäbischen Post", genauer: von Gerhard Königer.

Auf den traditionellen Maibaumwettbewerb bereiten sich die Gruppen im Ostalbkreis häufig monatelang vor. (Foto: Gerhard Königer)
Auf den traditionellen Maibaumwettbewerb bereiten sich die Gruppen im Ostalbkreis häufig monatelang vor. Hier das majestätische Expemplar aus Kirchheim. Gerhard Königer Bild in Detailansicht öffnen
Hier wird der Stamm für den Maibaum in Stödtlen-Dambach geholt: Die Stämme werden in mühevoller Arbeit verziert. Gerhard Königer Bild in Detailansicht öffnen
Wie zum Beispiel in Bopfingen-Aufhausen. Gerhard Königer Bild in Detailansicht öffnen
Experten gibt es für jeden Aspekt des Maibaums, von der Krone bis zum Stamm. Der Maibaum aus Ellwangen-Holbach. Gerhard Königer Bild in Detailansicht öffnen
Die Werke erfreuen die ganze Dorfgemeinschaft, wie hier in Rosenberg-Hummelsweiler. Gerhard Königer Bild in Detailansicht öffnen

Ob mühevoll aufgestellt oder heimlich abgesägt: Gerhard Königer hat im Laufe der Jahre schon einiges erlebt, zur Maibaum-Zeit.

SWR: Herr Königer, fiebern Sie persönlich dem 1. Mai entgegen?

Gerhard Königer: Ja, auf jeden Fall ist es schön. Ein Höhepunkt im Jahr, weil man einfach viele, viele Menschen erreicht an dem Tag, die voller Stolz an ihrem Maibaum stehen und ihn präsentieren.

Sie organisieren den Wettbewerb seit 1998. Was war denn der außergewöhnlichste Maibaum, an den Sie sich erinnern können?

Ich erinnere mich an einen Maibaum, der war auf einer Mechanik gelagert. Das war in Rosenberg. Damals gab es dort noch zwei Maibäume: Ein kleinerer Teil des Ortes hat einen separaten Maibaum gebaut und den auf einer Mechanik postiert, die sich drehen konnte. Wir sind mit der Jury dorthin gekommen und der Maibaum hat sich vor unseren Augen langsam gedreht. Es war wirklich wie ein Wunderwerk der Technik, und es hat natürlich auch besondere Punkte gegeben, bei der Prämierung.

Das heißt, Sie treffen da auch regelmäßig auf Maibäume, in die einfach wahnsinnig viel Mühe und Arbeit gesteckt wurde?

Absolut! Ich weiß von Maibaumgruppen, die fangen gleich im Juni schon wieder mit der Planung für den nächsten Maibaum an. Es gibt hier bei uns Ortschaften, für die ist das ein regelrechter Ehrgeiz, den ersten Platz zu belegen, bei diesem Wettbewerb. Und die haben wirklich Spezialisten für den Kranz, Spezialisten für die Krone und Spezialisten, um die Rinde zu bearbeiten. Da wird die Rinde ganz fein mit ganz scharfen Messern ausgeschnitten, da werden Muster reingemacht, Buchstaben, Wörter reingeschrieben. In den letzten Jahren haben welche angefangen, den gesamten Stamm zu drechseln. Die hauen aus dem Stamm ein gedrechseltes Muster raus. Aber so, dass der immer noch stabil ist und steht. Und dass es auch wirklich aussieht, wie wenn es fast von Zauberhand gemacht wäre.

Das sind die schönen Seiten dieser Tradition. Und dann gibt es auch noch die weniger schönen Seiten. Erleben Sie da manchmal auch so kleine Katastrophen mit? Sprich, dass der Baum am 1. Mai einfach weg ist?

Ja, das kommt immer wieder vor. Es ist so ein Brauch, der aus dem benachbarten Bayern kommt, wo unter den Ortschaften so ein Ehrgeiz besteht, den Maibaum noch vor dem 1. Mai zu klauen oder in der Nacht auf den 1. Mai umzusägen. Und die bestohlene Gruppe muss dann mit Bier diesen Baum wieder auslösen.

Gibt es denn eine Tradition am 1. Mai in einer der Gemeinden, in denen Sie tätig sind, die Sie besonders schön finden? Jetzt mal fernab des Maibaums?

Es gibt natürlich in einigen Gemeinden die Tradition, dass der Musikverein am frühen Morgen des 1. Mai ein Ständchen spielt - also in der ganzen Ortschaft und auch in den Teilorten auftritt und die Leute mit Blasmusik weckt. Das ist natürlich eine tolle Sache.

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