Menschenmenge am Eingangsportal des Ulmer Münsters

Gedenken an die Opfer islamistischen Terrors

Etwa 300 Teilnehmende an Mahnwache auf dem Ulmer Münsterplatz

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Frank Wiesner
Frank Wiesner
Dennis Bechtold

Zu der Mahnwache für die Opfer islamistischen Terrors haben sich am Freitagabend vor dem Ulmer Münster etwa 300 Menschen versammelt. Im Mittelpunkt stand eine Schweigeminute.

Die Kirchen in Ulm und Neu-Ulm hatten zu einer ökumenischen Mahnwache auf dem Ulmer Münsterplatz für die Opfer des islamistischen Terrors der Hamas aufgerufen. Gedacht wurde der Opfer beider Kriegsparteien, der Israelis und der Menschen im Gazastreifen. Unter den geschätzt 300 Teilnehmenden waren auch einige Jugendliche und junge Erwachsene. Auch der "Ring der Politischen Jugend Ulm" hatte eingeladen.

Solidarität für alle Opfer des Angriffs

Die Mahnwache sollte der Öffentlichkeit verdeutlichen, welche "Barbarei" aktuell im Gazastreifen passiert, so der Ulmer Dekan der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, Torsten Krannich. Er sprach von einem "Blutrausch" der Hamas. Für ihn sei es wichtig, dass dennoch der Blick auf alle Opfer dieses islamistischen Terrors gerichtet wird. Die Mahnwache sei keine pro-israelische Demonstration, denn "die Opfer sind, wie in den meisten Kriegen, Zivilisten auf beiden Seiten", so Krannich.

Schweigeminute im Mittelpunkt

In seiner Ansprache vermied der Rabbiner Shneur Trebnik jegliche direkte Erwähnung politischer Schuldzuweisungen. Im Gebet bat er Gott, dass die Menschen den Unterschied zwischen Gut und Böse erkennen. Nach seiner Ansprache folgte eine Schweigeminute. Trotz der vielen Menschen auf dem Münsterplatz gab es einige Augenblicke keine Bewegung und es herrschte bedrückende Stille.

Zu den weiteren Rednern gehörte der Landesbischof und ehemalige Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl und Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch.

Zusammenschluss für gemeinsame Mahnwache

Für die Mahnwache hatten sich im Vorfeld mehrere Organisationen zusammen geschlossen. Als die "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Ulm / Neu-Ulm" davon erfahren habe, dass der "Ring der Politischen Jugend Ulm" ebenfalls eine Mahnwache plane, haben sich beide Organisationen kurzerhand zusammengeschlossen, so Dekan Torsten Krannich.

Ein ganz starkes Zeichen, dass Jung und Alt gemeinsam aufstehen, um der Opfer von einem Terrorangriff zu gedenken.

Friedensgebet und Grußworte

Die Mahnwache startete mit jüdischer Musik. Sowohl der "Ring der Politischen Jugend Ulm" als auch die Jugendkantorei der Münstergemeinde beteiligten sich mit Rede- und Gesangsbeiträgen.

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