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An einer privaten Schule in Laichingen (Alb-Donau-Kreis) gibt es nur einen Präsenztag in der Woche. Das Wechselunterrichts-Modell will sie jetzt gerichtlich genehmigen lassen.

Das Verwaltungsgericht Sigmaringen hatte zuvor in seiner Entscheidung bezweifelt, dass mit dem Wechselunterrichts-Modell die staatlichen Erziehungsziele erreicht werden können. Am Mannheimer Verwaltungsgerichtshof wird seit Donnerstag neu darüber verhandelt.

Schule nutzt Uracher Plan

Während zu Beginn der Corona-Pandemie für viele Schülerinnen und Schüler Wechsel- oder Onlineunterricht neu war, gehört er bei der Einrichtung in Laichingen zum Alltag. Die "Dietrich Bonhoeffer internationale Schule" orientiert sich am baden-württembergischen Lehrplan, aber auch an dem sogenannten Uracher Plan: Ein Mal die Woche Präsenzunterricht, die restlichen Tage online oder selbstständig lernen.

Schülerin lernt am Schreibtisch vor dem PC in Laichingen (Foto: SWR)
Die Tochter von Schulleiter Erz lernt auch von zuhause aus und nutzt das Schulmodell in Laichingen.

Der Schulleiter der "Dietrich Bonhoeffer internationalen Schule", Jonathan Erz, setzt ganz bewusst auf das selbstständige Lernen der Kinder und Jugendlichen. "Wir nehmen die Begabungsentwicklung und den Flow der Schüler mit auf, das unterstützen und kultivieren wir", erläutert er. Auch der Schulalltag seiner Töchter sieht so aus.

Laichinger Einrichtung ist nur Ergänzungsschule

Die Laichinger Einrichtung wird aufgrund dieses Konzepts aber nicht als Schule anerkannt, sondern als sogenannte Ergänzungsschule. Dabei wäre sie gerne eine Ersatzschule. Denn dann würde sie staatliche Förderungen bekommen und wäre vom Status vergleichbar mit einer Waldorf- oder Montessorischule.

Privatschule Dietrich Bonhoeffer Schule beim Präsenzunterricht (Foto: privat)
Der Präsenzunterricht ist bei der "Dietrich Bonhoeffer Schule" eher Projektunterricht. privat

Der Hauptkritikpunkt des Verwaltungsgerichts in Sigmaringen war aber der Wechsel- und Fernunterricht. Dadurch sei die Laichinger Einrichtung keine richtige Schule. Weil das aber seit Corona für viele Schülerinnen und Schüler Alltag geworden ist, erhofft sich Erz jetzt ein anderes Urteil.

"Man kann nicht an allen Schulen verordnen, Wechselunterricht zu machen und gleichzeitig sagen: Das ist keine richtige Schule."

Das Bewusstsein habe sich während der Pandemie geändert. "Die Haltung, dass nur in einem Betongebäude auf unbequemen Stühlen richtig gelernt werden kann, ist überholt", sagt Erz. Das Urteil wird voraussichtlich noch nicht an diesem Donnerstag fallen. Falls das Gericht die Genehmigung als Ersatzschule erteilt, wird das wahrscheinlich aber keine Auswirkungen auf öffentliche Schulen haben, so ein Gerichtssprecher. Fern- und Wechselunterricht würde eine absolute Ausnahme in der Pandemie bleiben.

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