Auch eine Folge der Corona-Pandemie

Polizeipräsidium Ulm: 2020 deutlich weniger Einbrüche, aber mehr Sexualstraftaten

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Die Corona-Pandemie hat sich auch bei den Straftaten ausgewirkt. Es gab im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm deutlich weniger Wohnungseinbrüche, aber mehr Sexualstraftaten.

Die Zahl der Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm ist im vergangenen Jahr um drei Prozent zurückgegangen. Die Kriminalstatistik verzeichnet 38.864 Straftaten für die Landkreise Alb-Donau, Biberach, Heidenheim, Göppingen und die Stadt Ulm. Vor allem Wohnungseinbrüche gab es so wenige wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Zahl sank um 19 Prozent auf knapp 360 Delikte.

Weniger Gelegenheiten für Einbrecher

Das liege unter anderem an den Corona-Beschränkungen. Menschen seien während der Pandemie häufiger zu Hause geblieben. Aber auch verstärkte Kontrollen, offensive Präventions- und Pressearbeit sowie eine eigene Ermittlungsgruppe haben demnach dazu beigetragen.

Polizeiautos stehen vor einem Gebäude (Foto: SWR, Petra Volz)
Die Zahl der Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Ulm ist 2020 deutlich gesunken. Petra Volz

Deutlich weniger Straftaten im Kreis Heidenheim

Um 14 Prozent und damit besonders deutlich ging die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner im Kreis Heidenheim zurück. Im Kreis Biberach stieg die Zahl dagegen leicht an, ebenso wie im Kreis Göppingen.

Folgen der Pandemie

Den Rückgang der Straftaten führt die Polizei insgesamt auch auf die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie zurück. Die Menschen seien zu Hause geblieben und hätten ihre Kontakte auf ein Minimum reduziert, so dass es auch weniger Straftaten wie Schwarzfahren, Straßenkriminalität und Schlägereien zum Beispiel auf Festen gegeben habe.

Mord und Totschlag zu 100 Prozent aufgeklärt

Die Kriminalstatistik verzeichnet 40 Straftaten gegen das Leben. Alle Delikte in diesem Bereich (neun Morde, 19 Fälle von Totschlag, acht fahrlässige Tötungsdelikte und vier Schwangerschaftsabbrüche) wurden aufgeklärt.

Deutlich mehr Sexualstraftaten

Bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gab es einen deutlichen Anstieg um mehr als 30 Prozent. Vor allem bei der Verbreitung pornografischer Schriften stieg die Fallzahl. Die meisten Taten werden über das Internet verübt, häufig über das Smartphone. Die Polizei kann nur vermuten, dass dafür auch die Pandemie verantwortlich ist.

Mehr Gewalt gegen Beamte

Weiter zugenommen haben auch die Angriffe auf Beamte im Einsatz. Der Präsident des Polizeipräsidiums Ulm, Bernhard Weber, kündigte in diesem Zusammenhang eine Null-Toleranz-Strategie an: "Jede oder jeder, der eine Polizistin oder einen Polizisten bei der Ausübung des Dienstes angreift, wird zur Rechenschaft gezogen."

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