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Ermittlungen unter anderem der Kriminalpolizei in Neu-Ulm haben zu 18 Festnahmen im Kosovo geführt. Den Verdächtigen wird vorgeworfen, Anleger aus ganz Europa im Internet um Millionen betrogen zu haben.

Die Festgenommen stammen aus dem Kosovo, aus Albanien und Deutschland. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mit. Ihnen wird vorgeworfen, an betrügerischen Online-Anlageplattformen mitgearbeitet zu haben. Einige von ihnen hätten als Callcenter-Mitarbeiter und "Top-Broker" gearbeitet, andere sollen die führenden Köpfe dieser Callcenter sein.

Geschädigte auch im Kreis Neu-Ulm

Sie sollen ihren Kunden vorgetäuscht haben, Plattformen für den Handel mit verschiedenen Finanzinstrumenten zu betreiben. Das Geld der Kunden sei aber nie angelegt worden. Die Ermittler aus Neu-Ulm waren beteiligt, weil es auch Geschädigte im Kreis Neu-Ulm gab.

Laut Mitteilung hatte die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg für drei von ihnen schon im Vorfeld Haftbefehle wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs erwirkt. Nach derzeitigem Sachstand werde sie die Auslieferung von mindestens sechs der Männer beantragen. Im Kosovo seien außerdem mehrere Gebäude durchsucht worden, darunter sieben Callcenter. An den Arbeitsplätzen der Mitarbeiter seien teilweise detaillierte Anweisungen und Leitfäden für den Kontakt zu den Geschädigten gefunden worden.

Durchsuchungen im Kosovo und in Berlin

In Berlin sei das Haus eines weiteren mutmaßlichen Mitglieds der Gruppe durchsucht worden. Die Polizei stellte im Kosovo 160.000 Euro Bargeld sicher und beschlagnahmte Konten mit Guthaben von insgesamt 700.000 Euro.

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