Eine Reihe von Straßenlaternen beleuchtet eine dunkle Straße - Kommunen in der Region müssen Energie und Kosten sparen.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Fabian Sommer/dpa | Fabian Sommer)

Kommunen müssen Energie sparen

Gaskrise: Oberkochen schaltet Straßenlaternen zeitweise aus, Neu-Ulm das Licht am Rathaus

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Christian Michael Hammer

Angesichts der steigenden Energiepreise wollen die Städte Neu-Ulm und Oberkochen Kosten senken. Zentrale Maßnahme in Oberkochen: Die Straßenlaternen sollen nachts kürzer brennen.

Die Stadt Oberkochen (Ostalbkreis) plant ab September weitere Sparmaßnahmen: Zwischen 1 Uhr und 5 Uhr bleibt die Straßenbeleuchtung aus. Das Schwimmbad "aquafit" werde komplett schließen, um Energie einzusparen. Rathaus und Schulen würden nur noch auf maximal 19 Grad Celsius beheizt werden. Zudem schaltet die Stadt die Fassadenbeleuchtung am Rathaus komplett aus, heißt es im Amtsblatt der Kommune. Sporthallen würden in den kommenden Monaten auf 15 Grad beheizt. Die städtischen Brunnen in der Neuen Mitte sollen künftig ab 22 Uhr nicht mehr sprudeln.

Neu-Ulm: Brunnen und Nachtbeleuchtung werden abgestellt

Auch die Stadt Neu-Ulm sieht sich gezwungen, Energie einzusparen. Und zwar mit einem Drei-Stufen-Plan: Als sofortige Maßnahme wurde in Neu-Ulm bereits die Nachtbeleuchtung des Rathauses abgeschaltet. Zum 1. September werden auch die Brunnen abgestellt, einige Wochen früher als sonst, so die Mitteilung der Stadt. Zu Beginn der Heizperiode ist geplant, die Raumtemperaturen in städtischen Gebäuden auf 20 Grad abzusenken. Außerdem wird das Neu-Ulmer Hallenbad erst zwei Monate später, etwa Mitte November, wieder eröffnet.

Wie andere Kommunen auf die Energiekrise reagieren

Auch andere Kommunen in der Region haben bereits auf die Energiekrise reagiert: Die Gemeinde Abtsgmünd (Ostalbkreis) veranlasste in der vergangenen Woche weitreichende Energiesparmaßnahmen. So soll laut Mitteilung die Wassertemperatur im örtlichen Hallenbad von meist 29 auf 26 Grad gesenkt werden. In Dietenheim (Alb-Donau-Kreis) werden nachts der Kirchturm, das Rathaus und das Stadtcafé nicht mehr beleuchtet.

Klöster in Lorch und Ochsenhausen werden nicht mehr angestrahlt

Die Klöster Lorch im Ostalbkreis und Ochsenhausen im Kreis Biberach werden nachts ab sofort nicht mehr angestrahlt. Das hat Finanzminister Dayal Bayaz (Grüne) mitgeteilt. Insgesamt bleiben im Land vier Schlösser, Burgen und Klöster künftig unbeleuchtet. Anfang September kommen sechs weitere dazu. Angesichts des drohenden Gasmangels wolle das Land mit gutem Beispiel vorangehen und Energie einsparen, so der Minister.

Kirchen sollen Heizung herunterfahren

Auch in den Kirchen im Landkreis Heidenheim, im Ostalbkreis, Alb-Donau-Kreis und im Kreis Biberach wird es kommenden Winter kälter werden: Die Evangelische Landeskirche empfiehlt Temperaturen im Gotteshaus während des Gottesdienstes von 12 bis 15 Grad, unter der Woche aber nur acht Grad. Ein Grad weniger Raumtemperatur, so heißt es von der Evangelischen Landeskirche senke den Energieverbrauch schon um etwa zehn Prozent. Nicht mehr als 13 Grad soll es im Winter in den katholischen Kirchen haben, so eine Empfehlung der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Allerdings wird davon abgeraten, die Temperatur unter fünf Grad sinken zu lassen: Orgeln und Kunstgegenstände könnten Schaden nehmen.

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