Die Sonne geht hinter einer stillstehenden Seilbahn über Gärten unter. Die Stadt Heidenheim plant eine Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Gregor Fischer)

Bauausschuss beschließt

Keine Luftseilbahn für Ulm

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Der Bauausschuss des Ulmer Gemeinderates hat die Pläne einer Seilbahn vom Hauptbahnhof auf die Wilhelmsburg zu den Akten gelegt. Standseilbahn-Pläne müssen weitere Hürde nehmen.

In Zukunft werden keine Gondeln über die Ulmer Innenstadt schweben. Der Bauausschuss des Gemeinderates hat in seiner Sitzung am Dienstag beschlossen, die Pläne nicht weiter zu verfolgen. Unklar ist, ob eine Standseilbahn geplant wird. In Aalen wurden die Pläne einer Seilbahn ebenfalls verworfen. In Heidenheim dagegen wird eine Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn auf den Schlossberg vorbereitet. Auch der Regionalverband Ostwürttemberg bereitet eine Machbarkeitsstudie vor.

Stadtplan von Ulm und Neu-Ulm mit Linienführung einer  möglichen Seilbahn (Foto: Stadt Ulm)
Karte über die möglichen Strecken einer Seilbahn über Ulm und Neu-Ulm. Stadt Ulm

Eine Seilbahn vom Ulmer Hauptbahnhof oder Ehinger Tor zur Wilhelmsburg würde, je nach Trasse, zwischen 90 und 120 Millionen Euro kosten. Die Gutachter finden das zu teuer. Außerdem bedeute der Bau der Stützen und Haltestellen für eine Luftseilbahn einen erheblichen Eingriff in das Stadtbild. So sehen es auch Stadtverwaltung und Bauausschuss.

"Man bräuchte über die ganze Strecke an mehreren Stellen 65 Meter große Masten, damit die Bestandsbäume erhalten werden und damit die Gebäude in der Stadt überflogen werden können."

Die Gutachter der Machbarkeitsstudie schlagen stattdessen vor, eine Standseilbahn zur Wilhelmsburg in Angriff zu nehmen. Deren Investitionskostenrahmen liegt zwischen 12 und 16 Millionen Euro. Ob die Planungen für eine Standseilbahn in Angriff genommen werden, hängt von einer weiteren Anhörung ab. In der sollen unter anderem Denkmalschützer und Naturschützer zu Wort kommen. Es soll erst geklärt werden, ob unüberwindliche Hindernisse gegen eine Standseilbahn sprechen, bevor der Bauausschuss der Stadtverwaltung den vollumfänglichen Auftrag erteilt, die Planung weiter zu verfolgen.

„Es geht um eine sinnvolle und effiziente Erschließung der Wilhelmsburg. Sollte die Planung weitergehen, wird dies Schritt für Schritt passieren, so dass man immer aussteigen kann.“

Baubürgermeister Tim von Winning rechnet mit einer Planungszeit von zwei bis drei Jahren, um auch Fördermittel beantragen zu können, bevor die Realisierungsphase beginnen könne.

Keine Seilbahn in Neu-Ulm

In Neu-Ulm hat der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt schon im März die Seilbahnpläne für ihr Gebiet abgelehnt.

Schlossberg in Heidenheim (Foto: dpa Bildfunk, Tom Weller)
Am Schlossberg in Heidenheim könnte bald eine Seilbahn gebaut werden. Die Machbarkeitsstudie ist in Auftrag gegeben. Tom Weller

„Wir haben die Chance, hier das Besondere, das Einmalige zu schaffen."

In Heidenheim wird gerade eine Machbarkeitsstudie für eine Seilbahn mit Gondeln vom Zentralen Omnibusbahnhof in der Innenstadt zum Schlossberg vorbereitet. Wenn die Strecke bis zum Wohngebiet Reutenen verlängert und noch Haltestellen am Naturtheater und an der Voith-Arena eingebaut werden, kostet das Projekt rund 36 Millionen Euro.

Seilbahnpläne in Aalen verworfen

Die Idee einer Seilbahn von Aalen zum Ortsteil Ebnat wurde im Juli 2020 verworfen. Der Gemeinderat und der Ortschaftsrat von Aalen-Unterkochen haben dies mehrheitlich abgelehnt. Die Grünen hatten eine Seilbahn ins Spiel gebracht, um den Berufsverkehr von der Autobahn her zu den Betrieben in Unter- und Oberkochen zu entlasten. Die Stadtverwaltung Aalen hatte die Idee unter anderem wegen der hohen Investitionskosten abgelehnt.

Vorbereitung einer Machbarkeitsstudie für das Brenztal

Der Regionalverband Ostwürttemberg überlegt, das Brenztal mit einem autonomen Seilbahnsystem zu erschließen. Die Seilbahn könnte von Heidenheim über Oberkochen bis nach Aalen gehen. Bei einer Sitzung im Oktober 2020 wurde mehrheitlich beschlossen, dass der Verband die nötigen Vorarbeiten erledigen soll. Dazu müssen Fahrgastanalysen, mögliche Trassenführungen und Kosten-Nutzenberechnungen durchgeführt werden, erklärte Verbandsdirektor Thomas Eble dem SWR. Bis Herbst 2021 könnten diese vorbereitenden Planungen soweit fortgeschritten sein, dass der Regionalverband entscheiden kann, ob eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben wird.

Heidenheim

Machbarkeitsstudie soll vorbereitet werden Was kostet der Bau einer Seilbahn in Heidenheim?

Auf den Heidenheimer Schlossberg könnte bald eine Seilbahn fahren. Der Gemeinderat hat am Dienstag die Stadt beauftragt, eine Machbarkeitsstudie über den Bau vorzubereiten.  mehr...

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