Bunte Kartoffelchips in naher Perspektive. (Foto: SWR)

Idee von der Ostalb

Preisgekrönte Notlösung - bunte Kartoffelchips aus Ellwangen

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AUTOR/IN
Hannah Schulze

Landwirt Anton Wagner aus Ellwangen-Neunheim blieb voriges Jahr auf tonnenweise bunten Kartoffeln sitzen. Dann ließ er Chips daraus machen - mit unerwartetem Erfolg.

Bei Wagners sehen Kartoffeln anders aus - violett, rot, blau und natürlich gelb. Die Kartoffelbauern aus Ellwangen (Ostalbkreis) bauen mehr als 40 verschiedene Sorten an. Normalerweise verkauft Landwirt Anton Wagner seine bunten und auch teureren Knollen an die Gastronomie sowie an Volksfeste. Zu Beginn der Pandemie blieb er aber darauf sitzen, weil alles abgesagt war.

"Vom Frühlingsfest Stuttgart bis hin zu regionalen Volksfesten - nichts mehr war. Unser Verkauf ist nahezu auf Null runtergefahren."

Nachdem auch die Kühe des Landwirts die Kartoffeln irgendwann satt hatten, landeten am Ende rund 60 Tonnen der Feldfrüchte in der Biogasanlage. Das habe weh getan, erinnert sich Wagner. Schließlich habe man sich ein Jahr lang um die Knollen gekümmert.

Chipstüte statt Biogasanlage

Aber Not macht erfinderisch: Die ganze Familie überlegte, wie man im folgenden Jahr die Kartoffeln verwerten kann. So wurde aus frischer Ware frittierte Ware. Die Wagners ließen aus den übrigen Knollen einfach Kartoffelchips herstellen. In Bielefeld fanden sie eine Firma, die auch kleinere Mengen "verchipste". Am Anfang seien es zehntausend Packungen gewesen. "Die waren aber im Nu weg", so Anton Wagner.

Anton und Maximilian Wagner aus Ellwangen stehen vor einer Palette Kartoffelchips. (Foto: SWR)
Auch die neue Chps-Ware wird von Anton und Maximilian Wagner überprüft.

Insgesamt 80.000 Packungen haben die Wagners innerhalb eines Jahres verkauft. "Das hat all unsere Vorstellungen übertroffen", sagt Sohn Maximilian. Gerechnet habe man mit maximal 30.000 Packungen.

Kartoffelchips als preisgekrönte Snacks

Familie Wagner hat mit ihrer Idee zudem den zweiten Platz beim Landwirtschaftspreis für Unternehmerische Investitionen (LUI) vom Bund Badischer Landjugend belegt. Auch wenn Gasthäuser wieder offen haben und Volksfeste in diesem Jahr stattfinden sollen, für Anton Wagner ist das kein Grund aufzuhören. Seine Anbaumenge an blauen Kartoffeln hat er inzwischen verfünffacht. Alle zwei Monate gehen vier Tonnen Kartoffeln in den Norden, um als 15 Paletten Chips wieder in Ellwangen-Neunheim anzukommen.

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