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Mehr als 100 Wissenschaftler aus ganz Deutschland haben bei einer Tagung an der Uni Ulm über Alterungsprozesse beim Menschen diskutiert. Im Fokus stand die Frage, warum wir altern.

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Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Alternsforschung (DGfA) ist nach Angaben der Organisatoren der bundesweit größte Kongress zu dem Thema. Professor Hartmut Geiger, Leiter des Instituts für Molekulare Medizin an der Universität Ulm, sagte im SWR-Interview, es gehe vor allem um die Frage, wie man gesünder altern könne.

"Die neuere Forschung zeigt, dass es möglich sein könnte, zumindest die Gesundheitsspanne im Alter zu verlängern, das heißt, gesünder älter zu werden."

Professor Hartmut Geiger von der Universität Ulm

Ziel der Forschung und des Kongresses sei das Verständnis der biologischen Mechanismen der Alterung.

"Das heißt, warum altern wir, warum altern Zellen, warum altern Gewebe. Wenn man dies genau versteht, kann man Therapien oder Möglichkeiten entwickeln, diese Alterung zu verlangsamen, aufzuhalten oder vielleicht auch umzudrehen."

Professor Hartmut Geiger, Universität Ulm

Das Verständnis könnte langfristig zur besseren Diagnostik von mit dem Alter verbundenen Erkrankungen wie Diabetes, Arthritis oder auch Krebs führen und die Entwicklung neuer, molekularer Therapien eröffnen.

Ulmer Studie zu Bewegung im Alter

Speziell in Ulm wird auf dem Gebiet der Alterungsforschung ein patientennaher Ansatz verfolgt, der unterschiedliche Fachdisziplinen vereint. Untersucht wird laut Professor Geiger, inwieweit Bewegung oder vor allem Nichtbewegung mit altersbedingten Krankheiten zusammenhängt. Über das Thema der Bewegung im Alter sagte Geiger im SWR:

"Es ist so ein Kreislauf: Sie können sich nicht mehr so gut bewegen und dann ist natürlich die Motivation, sich zu bewegen, etwas geringer und dann müssen Sie sich noch mehr anstrengen. Aber alle Studien zeigen, dass sich regelmäßige Bewegung positiv auf die Alterung auswirkt".

Professor Hartmut Geiger, Universität Ulm
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