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Im Kreis Heidenheim gilt seit Sonntag Stufe 2 der Corona-Einschränkungen und das hat Folgen, etwa für private Treffen. Auch in der Stadt Ulm steigen die Inzidenzwerte.

Im Kreis Heidenheim hat die 7-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 10 überschritten. Deshalb gilt laut Mitteilung des Landratsamtes seit Sonntag (Inzidenzwert: 25) die Stufe 2 der Corona-Einschränkungen. Das bedeutet unter anderem, dass sich jetzt nur noch maximal 15 Menschen aus vier Haushalten treffen dürfen. Diskotheken müssen wieder schließen. Bei privaten Veranstaltungen im Freien und in geschlossenen Räumen sind maximal 200 Personen erlaubt. Für die Gastronomie und Kultureinrichtungen ändert sich nichts.

Heidenheimer Landrat Polta: "Von Hotspots kann keine Rede sein"

Der Heidenheimer Landrat Peter Polta sagte dazu im Vorfeld, der Anstieg sei vor allem darauf zurück zu führen, dass an zwei aufeinander folgenden Tagen zwölf neue Fälle gemeldet worden seien. Die aktuellen Fälle kämen meist aus dem familiären Bereich. "Von Hotspots kann keine Rede sein", so Polta. Im Kreis Heidenheim macht demnach die hoch ansteckende Deltavariante des Coronavirus bereits etwa drei Viertel aller Inzidenzen aus.

Das Leben ist in viele Innenstädte zurückgekehrt - auch die Ulmer Fußgängerzone lockt zum Einkaufen und Bummeln. (Foto: SWR, Volker Wüst)
Das Leben ist in viele Innenstädte zurückgekehrt - auch die Ulmer Fußgängerzone lockt zum Einkaufen und Bummeln. Volker Wüst

Dies gilt auch für Ulm. Auch dort steigen die Inzidenzwerte (Sonntag: 28) langsam, aber stetig. Daniela Baumann, Sprecherin des zuständigen Landratsamtes Alb-Donau, befürchtet sogar, die Dunkelziffer könnte um einiges höher liegen. Denn: "Wir nehmen eine generelle Sorglosigkeit wahr." Weil vielerorts keine Tests oder Geimpftennachweise mehr nötig sind. "Da haben wir natürlich eine höhere Dunkelziffer an potenziell Infizierten. Weil die einfach nicht mehr so schnell auffallen." Das gelte für Betriebe aber auch für den Privatbereich.

Schüler testen sich selbst beim Corona-Schnelltest. (Foto: SWR, Frank Polifke)
Schüler testen sich selbst beim Corona-Schnelltest (Archivbild). Frank Polifke

Weniger Corona-Tests - höhere Dunkelziffer

Warum aber steigen die Zahlen gerade in Ulm so an? Landratsamtssprecherin Daniela Baumann: "Richtig erklären kann man es nicht. Es ist ein diffuses Infektionsgeschehen. Es gibt keine klaren Hotspots und keine größeren Ausbrüche." Im Gesundheitsamt schlagen Fälle aus Schulen auf. Denn dort wird noch getestet. Einzelne Schüler brächten die Infektionen aus ihrem privaten Umfeld in die Schulen hinein.

Ganze Schulklassen werden nicht mehr in Quarantäne geschickt

Ganze Klassen würden nicht mehr automatisch in Quarantäne geschickt. Man versuche die Infektionskette nachzuverfolgen und nur die Kontaktpersonen zu isolieren. Wie viel noch in Schulen, Firmen und an öffentlichen Teststationen getestet wird - das ist dem Gesundheitsamt unbekannt. Denn nur die positiven Fälle würden dort gemeldet.

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