46 Jahre bei der Feuerwehr

Kreisbrandmeister aus Aalen: "Ohne Kameradschaft funktioniert eine Feuerwehr nicht"

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INTERVIEW
Volker Wüst
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Carola Kührig
Carola Kührig (Foto: SWR, SWR - Alexander Kluge)

15 Jahre war er Kreisbrandmeister im Ostalbkreis, jetzt geht Otto Feil in den Ruhestand. Im Interview erzählt er unter anderem von Erlebnissen, die ihn bis heute bewegen.

Kreisbrandmeister Otto Feil geht in den Ruhestand, hier im Studio Aalen (Foto: SWR, Frank Polifke)
Otto Feil, Kreisbrandmeister im Ostalbkreis, geht in den Ruhestand. Frank Polifke

Feuerwehrmann - das ist für viele nicht einfach ein Beruf, sondern eine Berufung. Das gilt auf jeden Fall für Otto Feil. 46 Jahre war er im aktiven Feuerwehrdienst, davon 15 Jahre Kreisbrandmeister im Ostalbkreis, sprich: der oberste Feuerwehrmann im Landkreis.

SWR Aktuell: Wollten Sie schon als kleiner Junge Feuerwehrmann werden?

Otto Feil: Nein. Ich hatte keinen Bekannten oder Verwandten, der bei der Feuerwehr war. Ich bin eigentlich zufällig zur Feuerwehr gekommen. Ich hatte damals ein Mädchen gekannt, deren Vater war bei der Feuerwehr. Und der hat immer gesagt: "Du kommst zur Feuerwehr". Und tatsächlich bin ich dorthin. Der Kommandant hat schon auf mich gewartet: Der hat gleich nach meiner Hutgröße, Kittelgröße, Hosengröße, Schuhgröße gefragt und gesagt: Da ist dein Spind. So war ich bei der Feuerwehr gelandet.

SWR Aktuell: Welche schönen oder weniger schönen Bilder aus 46 Dienstjahren bleiben Ihnen im Kopf?

Feil: Ich bin Gott sei Dank so gepolt, dass ich relativ wenig von Einsätzen speichere. An ein paar Einsätze erinnere ich mich, das sind Dinge aus jungen Jahren. Bei einem Verkehrsunfall hab' ich zwei junge Mädchen aus einem VW Käfer rausschneiden müssen. Sie sind am Einsatzort noch gestorben. Das war schlimm für mich als junger Mensch mit 20 oder 21 Jahren - die waren auch so alt wie ich - das hängt mir immer noch ein bisschen nach. Immer, wenn ich an dieser Stelle vorbeifahre, muss ich an die Situation denken, mit dem Notarzt, mit den Mädchen, das war einfach nicht gut.

SWR Aktuell: Wie sind sie mit solchen Situationen fertig geworden? Das belastet einen ja unglaublich. 

Feil: Wir sind damals vom Einsatz zurückkommen, in den Floriansstuben gesessen und haben noch ein, zwei Bier getrunken oder vielleicht noch eins dazu. Dann hat man über das Erlebte mit den alten Kameraden gesprochen. Das tat gut. Da ist man nicht nur eine Viertelstunde zusammengehockt. Das hat oftmals bis früh in die Morgenstunden gedauert. Und heute, wenn man zurückkommt: Jeder zückt sein Handy und tippt da irgendwas rein und irgendwann verschwindet er. Meiner Ansicht nach fehlt das bei den jungen Menschen, dass man sich persönlich ins Auge guckt und sagt: "Du, wie hast du das vertragen oder wie siehst du das?" 

SWR Aktuell: Da gibt's bestimmt auch schöne Ereignisse, an die Sie zurückdenken, oder? 

Feil: Was sehr, sehr gut ist, ist bei der Feuerwehr natürlich die Kameradschaft. Ohne Kameradschaft funktioniert eine Feuerwehr nicht. 

SWR Aktuell: Gab es auch mal Dankesbriefe? Oder kamen Menschen, denen Sie geholfen haben, oder deren Angehörige, persönlich vorbei und haben sich bedankt?

Feil: Ja, doch. In der Zeit, als ich ich Kommandant war, waren viele Ereignisse. Da sind Briefe gekommen, noch mit einem Geldschein drin und haben sich nochmal bedankt. Wenn ich dann in der Stadt laufe, dann spricht einen manchmal einfach jemand an und sagt: "Oh, Feuerwehr! Ihr macht einen guten Job. Gut, dass es euch gibt."

SWR Aktuell: Wenn Sie jetzt künftig "Tatütata" hören und ein Feuerwehrauto oder einen Löschzug sehen, was passiert dann bei Ihnen? 

Feil: Da passiert natürlich viel! Das kann ich jetzt noch gar nicht beantworten. Da geht natürlich bei mir alles drunter und drüber: Was ist jetzt da? Wer fährt jetzt raus? Wo müssen sie hin? Was müssen sie erledigen? Klappt alles? Kommen sie alle wieder gut nach Hause? Das sind alles so Dinge.

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