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Wie gefährdet ist mein Haus durch Starkregen oder Hochwasser? Das zeigen Hochwassergefahrenkarten im Internet. Für manche Orte der Region gibt es zusätzlich Starkregengefahrenkarten.

Wie häufig kommt ein Hochwasser in einer bestimmten Gegend vor? Und wie hoch steigt das Wasser maximal? Das erfahren Hausbesitzer auf der Internetseite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in Karlsruhe. Dort können sie zwei verschiedene Karten angeklickt werden: Die eine zeigt, wie weit das Wasser auf das Grundstück fließt, und zwar unterschieden in zehn-, 50 und 100-jährliches Hochwasser, also Hochwasser, das in dieser Intensität statistisch alle zehn, 50 oder 100 Jahre vorkommt. Die zweite Karte zeigt, wie häufig eine Überflutung stattfindet. Je dunkler der Blauton, desto häufiger.

Die Hochwassergefahrenkarten gibt es für ganz Baden-Württemberg. Sie erlauben den Hauseigentümern frühzeitiges Gegensteuern.

Wirksame Hilfsmittel: Sandsäcke und druckwasserdichte Kellerfenster

Die einfachste Maßnahme ist der klassische Sandsack, rät Helmut Reichelt vom Landratsamt Alb-Donau-Kreis, Fachbereich Umwelt- und Arbeitsschutz. "Im Fall eines Hochwassers lässt sich der Karte entnehmen, wie hoch das maximal auf dem jeweiligen Grundstück steigen wird, etwa am Zugang zum Keller, entsprechend hoch kann man die Sandsäcke stapeln." Eine andere hilfreiche Maßnahme, die schon manches Haus vor dem Eindringen von Hochwasser bewahrt hat, sind druckwasserdichte Kellerfenster. In einer gefährdeten Gegend könnte sich der Austausch der Kellerfenster lohnen, so der Experte des Landratsamts.

Die Hochwassergefahrenkarten enthalten auch eine Anleitung, wie man sie interpretieren muss und darüberhinaus eine Menge an Zusatzinformationen zu wirksamem Hochwasserschutz.

Starkregengefahrenkarten gibt es nur für manche Orte

Nicht zu verwechseln mit den Hochwassergefahrenkarten sind die Starkregengefahrenkarten. Im Unterschied zu ersteren zeigen sie nicht den Wasserstand von Flüssen und Bächen an, sondern die Folgen von Starkregen in einer bestimmten Siedlung oder Gegend. Sie werden von spezialisierten Ingenieurbüros erstellt.

"Ein virtueller Regen auf eine topographische Abbildung der Ortschaft wird am PC simuliert"

"Dann werden die Abflussbahnen und -höhen dargestellt, und das ist dann die Grundlage für die Planung von Maßnahmen, die zukünftig dafür sorgen sollen, dass nicht mehr Schlammlawinen durch Ortsteile fließen", so Reichelt weiter.

Starkregengefahrenkarten gibt es nicht flächendeckend, sie müssen von den Kommunen in Auftrag gegeben werden. Das Land bezuschusst sie aber. Für einige Städten der Region gibt es sie bereits, etwa für Heidenheim, Schwäbisch Gmünd und Ulm. Auch sie lassen sich im Internet anklicken.

Schwäbisch Gmünds Baubürgermeister Julius Mihm rät Haus- und Grundstückseigentümern, einen Blick in die Starkregengefahrenkarten zu werfen. "Sie sind so detailliert, dass man nachvollziehen kann, welche Bauteile des Hauses gefährdet sind, beispielsweise der Kellerabgang auf der einen Seite, der direkt im Zustrom des Oberflächenwassers steht." Denn die Kommunen sind zwar zum Schutz ihrer Bürgerinnen und Bürger verpflichtet. Die sind aber ebenso in der Pflicht, sich selbst und ihr Hab und Gut zu schützen.

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