Das Schlecker-Logo hängt in einer Eingangstür, die Öffnungszeiten sind abgerissen - Insolvenz der Ehinger Drogeriekette (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte)

Entschädigung für Ex-Beschäftigte unwahrscheinlich

Insolvenzverfahren der Ehinger Drogeriekette Schlecker zieht sich weiter

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Auch zehn Jahre nach der Pleite des Ehinger Drogerieunternehmens Schlecker ist ein Ende des Insolvenzverfahrens laut einem Sprecher des Insolvenzverwalters noch nicht absehbar.

Der Deutschen Presseagentur (dpa) sagte er, dass das Insolvenzverfahren noch mindestens zwei oder drei Jahre laufen wird. Grund sind sogenannte Kartellabsprachen verschiedener Lieferanten durch die Schlecker geschädigt worden sein soll. Der Insolvenzverwalter gehe dazu gegen die Beteiligten verschiedener Kartelle gerichtlich vor. Darunter seien Hersteller von Kaffee, Zucker, Drogerieartikeln und Waschmitteln.

Das Bundeskartellamt und die EU-Kommission hatten deshalb schon Bußgelder verhängt. Die genaue Höhe der geltend gemachten Forderungen wurden von dem Sprecher nicht genannt. Es werde insgesamt eine dreistellige Millionensumme gefordert. "Was und wieviel sich davon durchsetzen lässt, ist Gegenstand der gerichtlichen Verfahren. Im Sinne der Schlecker-Beschäftigten wie auch der Steuerzahler ist zu hoffen, dass es möglichst viel sein wird", sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz.

Ein Einkaufswagen der Drogeriemarktkette Schlecker steht zwischen Regalen - die Marke soll ein Comeback erleben. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Marijan Murat)
Tausende Beschäftigte verloren ihre Jobs. (Archivbild) picture alliance / dpa | Marijan Murat

Tausende Arbeitslose durch Insolvenz

Dass die früheren Beschäftigten von Schlecker noch entschädigt werden, gilt als eher unwahrscheinlich. Die einst größte Drogeriemarktkette Europas hatte am 23. Januar 2012 Insolvenz angemeldet. Mehr als 20.000 Beschäftigte, überwiegend Frauen, verloren ihren Arbeitsplatz.

Der Niedergang des Schlecker-Imperiums zeichnete sich schon mehr als ein halbes Jahr vor der Pleite ab. Im Juni 2011 kündigte das Unternehmen an, rund zehn Prozent der über 8.000 Filialen in Deutschland zu schließen. Grund sei deren unzureichende Wirtschaftlichkeit.

Die Probleme waren hausgemacht. Schlecker habe versucht, mit immer mehr Läden noch größer zu werden, mehr Einkaufsvorteile zu erzielen, um noch günstigere Preise erzielen zu können. "Die Kunden blieben jedoch aus, weil die Läden zu klein, zu alt und unattraktiv waren", sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters.

Bewährungsstrafe für Drogeriechef

Der Umbau der einstmals größten Drogeriekette Europas konnte nicht rasch genug umgesetzt werden, weil das Geld dazu fehlte. Der Drogeriechef Anton Schlecker wurde wegen vorsätzlichen Bankrotts zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Im Wissen um die bevorstehende Insolvenz habe er Geld zur Seite geschafft. Ihm blieb das Gefängnis erspart. Seinen Kindern aber nicht. Meike und Lars Schlecker mussten ins Gefängnis. Sie waren wegen Untreue und Insolvenzverschleppung zu jeweils zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt worden.

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Inzwischen hat der in Österreich ansässige Geschäftsmann Patrick Landrock angekündigt, die Marke Schlecker wiederbeleben zu wollen. So solle Schlecker kein reiner Drogeriemarkt mehr werden, sondern auch stark mit Produkten des täglichen Bedarfs wie Lebensmitteln, Büro- und Geschäftsbedarfsprodukten sowie Baumarktartikeln auftreten. Der Online-Vertrieb soll im ersten Halbjahr 2022 starten.

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