Ein sozialer Brennpunkt: Der Lederhof in Ulm.

Neue Ideen für den Lederhof

Wie KI einen sozialen Brennpunkt in Ulm sicherer machen könnte

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Peter Schmid
SWR-Aktuell Redakteur Peter Schmid

Ein digitaler Begleiter mit KI, smartes Mobiliar oder doch Abschreckung durch Beleuchtung? Am Ulmer Lederhof werden ab Januar drei Ideen erprobt, die den Ort sicherer machen sollen.

Wer sich am Ulmer Lederhof, mitten in der Innenstadt, unsicher fühlt, bekommt demnächst Hilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). Doch nicht nur das, auch Lichteffekte und smartes Mobiliar sollen für Sicherheit sorgen.

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Lederhof: Planungsphase startet nach Innovationswettbewerb

Am Dienstag startete die Planungsphase für drei Teams, die mit ihren Ideen den Innovationswettbewerb der Stadt Ulm im November gewonnen hatten. Ab Januar sollen die drei Ideen dann am Lederhof zeitgleich ausprobiert werden. Das geschieht mit Prototypen, die die Teams eigenständig entwickeln.

Im Rahmen des "Innovationsmotors" der Stadt Ulm wurde unter anderem ein KI-Projekt vorgestellt, das für mehr Sicherheit in der Innenstadt am Lederhof sorgen soll.
Die Sieger-Teams des Innovationswettbewerbs, die Jury, die Innovationsmotor-Macher und Ulms OB Gunter Czisch (CDU) im Verschwörhaus.

Betrunkene, Autoposer und Menschen aus der Drogenszene sorgen am Lederhof immer wieder für Probleme. Mit Hilfe der Ideen will die Stadt Ulm aus dem sozialen Brennpunkt einen lebendigen Ort machen, "an dem sich kreative Köpfe treffen, austauschen und innovative Ideen entwickeln".

Erste Idee: KI soll am Lederhof Angriffe und Schwächeanfälle erkennen

Der erste Vorschlag beruht auf Künstlicher Intelligenz. Wer den Lederhof in Zukunft betritt, könnte unter anderem Überwachungskameras entdecken. "Es findet keine Speicherung der Daten statt, sondern in Echtzeit eine Situation bewertet", erklärt Entwickler Florian Mauer-Endler. Die Kameras sollen auf Abruf per Handy-App aktiviert werden können, wenn man sich unsicher fühlt. Eine Künstliche Intelligenz erkennt dann in Echtzeit, ob ein Mensch angegriffen wird oder einen Schwächeanfall erleidet und alarmiert zum Beispiel einem Sicherheitsdienst.

"Zur Abschreckung könnte aber auch automatisch Licht angehen und eine laute Stimme ertönen", sagt Mauer-Endler. Durch einen weiteren Sensor könne das System auch auf Vandalismus, also blinde Zerstörungswut, reagieren.

Zweite Idee: Smarte Sitzbank soll Drogenkriminalität in Ulm reduzieren

Mit Hilfe einer smarten Sitzbank will dagegen Thomas Häufele die Probleme am Lederhof angehen. Die Bank, die an eine Bushaltestelle erinnert, soll unter anderem mit blauem Licht in der Nacht angestrahlt werden. Das soll Drogensüchtige vom Konsum abhalten. Zudem könnte eine begrünte Rückwand auch den Schallpegel reduzieren.

Dritte Idee: Lichteffekte mit Bewegungserkennung

Das Team "IlULMination" will Licht und Kunst verbinden. Wenn jemand auf Druckplatten im Boden tritt, geht Licht an. Das zusammen mit einer Bewegungserkennung soll helfen, den sozialen Brennpunkt in Ulm zu entschärfen.

Im Mai kommenden Jahres sollen die Ergebnisse dieser Tests erneut präsentiert und ein Sieger von einer Fachjury gekürt werden. Für die Umsetzung der Idee winken bis zu 100.000 Euro.

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