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Außer dem zentralen Corona-Impfzentrum in Ulm sind auch andere Impfzentren in der Region weiterhin nicht ausgelastet. Denn sie alle bekommen nach wie vor zu wenig Impfstoff.

Am Dienstagmorgen hatte der Leiter des Ulmer Impfzentrums, Professor Bernd Kühlmuß, mitgeteilt, dass weniger Impfstoff geliefert werde und deshalb pro Woche nur noch etwa 12.000 Impfungen möglich seien. Das sei die Hälfte der bereits gebuchten Anzahl. Der Astrazeneca-Impfstoff werde vermutlich nur noch bis Ende dieser Woche reichen. Auch der Biontech-Impfstoff würde kommende Woche knapp. Noch am selben Tag hatte das Land eine Lösung versprochen.

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Auch andere Impfzentren nicht ausgelastet

Auch andere Impfzentren in der Region sind derzeit nicht ausgelastet: Am Donnerstag teilte das Landratsamt des Alb-Donau-Kreises auf SWR-Anfrage mit, dass weniger Impfstoff als in den Wochen davor geliefert werde. 3.000 Impfdosen hat das Kreisimpfzentrum Ehingen demnach in dieser Woche bekommen. 5.000 Impfungen wären möglich. Die Impfzentren in Neu-Ulm, Illertissen und Weißenhorn sind laut Neu-Ulmer Landratsamt maximal zu zwei Dritteln ausgelastet. Es kämen wöchentlich 1.000 bis 1.500 Impfdosen weniger als erwartet. Das Kreisimpfzentrum in Heidenheim meldet sogar nur eine Auslastung von 30 bis 40 Prozent.

Extra Impfstoff für Aalen

Etwas besser ist die Lage laut Landratsamt im Ostalbkreis. Die Auslastung des Impfzentrums Aalen lag diese Woche zunächst bei rund 80 Prozent. Dann kam allerdings eine unerwartet große Menge an Impfstoff, so dass am Wochenende erstmals 1.000 Menschen täglich geimpft werden können, auch mit dem Vakzin von Johnson&Johnson.

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Sozialminister Lucha: Impfzentrum Ulm muss keine Termine absagen

Die Verwirrung um die Impfstofflieferungen nach Ulm gingen am Dienstag weiter: In der Landespressekonferenz hatte Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) erklärt, das Impfzentrum Ulm müsse keine Impftermine absagen. Es seien zu keinem Zeitpunkt Impfstoffmengen reduziert worden, da sei ein Missverständnis aufgetreten. Man werde die benötigen Impfdosen zur Verfügung stellen. "Wir gleichen das aus", kündigte Lucha an. Notfalls werde dies über andere Impfzentren oder aus Rücklagen geschehen.

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Ulmer Impfzentrum überrascht von Lucha-Aussagen

Hagen Feucht, Organisationsleiter im Ulmer Impfzentrum, bezeichnete die Aussagen Luchas am Dienstag als "kurios". Damit garantiere das Land, dass in Ulm auch ab nächster Woche täglich rund 3.000 Menschen eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Tatsächlich seien bislang nur 12.000 Impfdosen pro Woche bis Ende Juni zugesichert worden. Damit sei das Impfzentrum nicht - wie geplant - ausgelastet. Zwar ließen sich alle Zweitimpfungen durchführen, aber nicht alle vereinbarten Erstimpfungen. Impftermine müssten zwangsläufig abgesagt werden. Auf die Kritik aus Ulm hin, hatte das Land zusätzliche 3.400 Impfdosen zugesagt. Doch auch die würden das Defizit nicht ausgleichen, so Feucht.

Impfzentrum Ulm: "nicht zu großzügig mit neuen Impfterminen"

Der Organisationsleiter des Ulmer Impfzentrums wies zudem Vorwürfe zurück, man habe zu großzügig neue Impftermine vergeben. Dies sei nicht der Fall. Zur Aussage Luchas, die Impfzentren hätten Rücklagen an Impfstoffen aufgebraucht, sagte Feucht, dies sei nach Aufforderung des Ministeriums erfolgt. Biontech und Astrazeneca sollten komplett verimpft werden, da ja ständig Nachschub komme. Nur bei dem Impfstoff Moderna sollten die Zentren ein Viertel des Impfstoffs für Zweitimpfungen zurückhalten, bis neue Lieferungen erfolgen.

Eingangsschild Impfzentrum Ulm (Foto: SWR, Uli Zwerenz)
Das Ulmer Impfzentrum muss wegen reduzierter Impfstofflieferungen bereits vereinbarte Impfungen absagen. Uli Zwerenz

Impfzentrum Ulm: Betroffene werden über etwaige Terminabsagen informiert

Als Reaktion auf die Verwirrung um Impfstofflieferungen und -termine hatten sich laut Impfzentrum Ulm am Dienstag bereits etliche Menschen gemeldet. Organisationsleiter Hagen Feucht vom Impfzentrum kündigte an, das Impfzentrum werde auf Betroffene zugehen, falls Termine abgesagt werden müssten. Auf seiner Homepage wolle das Impfzentrum die Impfwilligen über das weitere Vorgehen informieren.

Land will Frist für Corona-Impfzentren verlängern

Der Betrieb der Corona-Impfzentren ist zunächst bis Ende Juni vereinbart. Man wolle die Frist aber verlängern, teilte das Sozialministerium Baden-Württemberg mit.

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