Karl-Heinz-Hellebrandt lässt sich in Senden zum zweiten Mal boostern. (Foto: SWR, Isabella Hafner)

Vierte Impfungen laufen auch im Impfbus an

Corona-Booster: Neuester Impfstoff im Kreis Neu-Ulm

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Isabella Hafner
Isabella Hafner (Foto: SWR)

Seit dieser Woche gibt es im Kreis Neu-Ulm auch den allerneuesten Omikron-Impfstoff: den BA.4/BA.5. Das Mobile Impfteam des Kreises hat ihn am Dienstag in Senden verimpft.   

Ein Omnibus steht auf dem Parkplatz eines großen Möbelhauses in Senden. Der 72-jährige Karl-Heinz Hellebrandt aus Neu-Ulm-Gerlenhofen steigt hinein, in die Mobile Impfstation. Und lässt sich vom Arzt Dr. Rudolf Remppis aufklären: Für seine Impfung Nummer vier. Hellebrandt wählt den allerneuesten Impfstoff - also nicht den ersten angepassten Omikron-Impfstoff BA1, sondern den BA.4/BA.5. Der von Medizinern als Booster auch am ehesten empfohlen wird, weil er die neueste Virusvariante am besten abdecke.

Außer Corona- auch Grippeimpfung

Eine Frage hat Karl-Heinz Hellebrandt noch: Wann darf er sich gegen die Grippe impfen lassen? In frühestens zwei Wochen, entgegnet Dr. Remppis. Aber prinzipiell rät er dieses Jahr dazu. "Ich befürchte, dass eine stärkere Grippewelle entstehen wird, weil wir die vergangenen zwei Jahre so geschützt waren. Lassen Sie sich auf jeden Fall auch gegen die Grippe impfen."

Dann kriegt Karl-Heinz Hellebrandt seinen Piks, einen Stempel in den Impfpass, ein Tennisverbot und ist wieder draußen.

Neuester Corona-Impfstoff nur zur Auffrischung

Den angepassten Impfstoff BA.4/BA.5 verimpft das Neu-Ulmer Impfteam seit dieser Woche – und zwar ausschließlich als Booster: Als Auffrischung, also als dritte oder vierte Impfung. Auf den Impfstoff hat Karl-Heinz Hellebrandt gewartet. Doch wer schon einmal geboostert wurde, bekommt seine vierte Impfung nur, wenn er über 60 ist oder in einem Gesundheitsberuf arbeitet. Rudolf Remppis: "Es sind viele auch unter 60, die gerne die Impfung hätten, die wir dann wegschicken. Natürlich sind die dann traurig. Inwieweit der Hausarzt die Stiko-Empfehlungen unterschreiten möchte, ist eine andere Frage." Aber wozu habe man sonst eine Stiko (Ständige Impfkommission), die solche Vorgaben macht.

Auf dem Parkplatz eines großen Möbelhauses in Senden kann man sich im Impfbus einmal im Monat impfen lassen. (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Auf dem Parkplatz eines großen Möbelhauses in Senden kann man sich im Impfbus einmal im Monat impfen lassen. Isabella Hafner

Hier im Impfbus hält man sich daran. Als vollständig geimpft zählt ab Oktober, wer drei Impfungen hinter sich hat. Oder wer zwei Impfungen und einmal Corona hatte. Die Erkrankung wird einer Boosterimpfung gleichgesetzt.

Durchwachsene Zwischenbilanz

Der Ärztliche Leiter des Impfzentrums im Kreis Neu-Ulm, Dr. Peter Czermak, zieht für den neuesten Impfstoff BA.4/BA.5 eine erste Bilanz: 75 Menschen ließen sich am ersten Tag, am Montag, im Impfzentrum Weißenhorn mit dem neuen Impfstoff impfen - in Senden waren es am Dienstag dagegen nur 16. "Mit dem ersten Tag sind wir sehr zufrieden, mit dem gestrigen nicht so sehr. Da sind unsere Erwartungen nicht erfüllt worden." Obwohl man mit dem Standort auf dem Parkplatz des Möbelhauses bisher gute Erfahrungen gemacht habe.

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