Impfstatus-Abfrage: Ja oder Nein? Was denken Arbeitnehmer und Arbeitgeber in Ulm? (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Bernd Settnik)

Corona-Schutz von Belegschaften

Das halten Arbeitgeberverband und IG Metall in Ulm von der Impfstatus-Abfrage in Betrieben

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Der Arbeitgeberverband Südwestmetall fordert, dass der Impfstatus vom Chef abgefragt werden darf. Die IG Metall in Ulm ist jedoch dagegen.

Bislang ist die Abfrage des Impfstatus nur in Arztpraxen und Kliniken erlaubt. Das soll nach Auffassung der Ulmer Gewerkschafterin Petra Wassermann auch so bleiben. Gesundheitsangaben unterlägen dem Datenschutz, so Wassermann. Die Geschäftsführerin der IG Metall Ulm befürchtet, dass in Betrieben ein großer Druck auf Nicht-Geimpfte ausgeübt und arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen könnten, sollte die Forderung umgesetzt werden.

IG Metall Ulm befürchtet, dass Beschäftige Test-Kosten tragen müssen

Zudem würden die Betriebe von ihrer Testpflicht entbunden und die Kosten fürs Testen möglicherweise auf die Beschäftigten abwälzen. Wassermann appelliert stattdessen an die Eigenverantwortung der Beschäftigten, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Anders sieht das die Arbeitgeberseite: Die Abfrage des Impfstatus sei sinnvoll, so der Arbeitgeberverband Südwestmetall. Der Ulmer Geschäftsführer, Götz Maier, sagte dem SWR, dass damit Abläufe wieder sicherer und produktiver gestaltet werden könnten. Schichten seien aufgrund der Pandemie auseinandergezogen worden. "Wenn ich weiß, dass hier Leute geimpft sind, dann kann ich sie auch wieder zusammenarbeiten lassen. Das geht jetzt momentan nicht", sagte Maier.

Arbeitgeberverband Südwestmetall: Keine Diskriminierung durch Impfstatus

Aktuell dürfe jedoch ein Arbeitgeber sich aus Datenschutzgründen nicht merken, falls ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin geimpft ist. "Ich darf dieses Wissen nicht verwenden und erst recht nicht irgendwo speichern", so Maier. Es sei kein großer Eingriff in die Privatsphäre der Arbeitnehmer, abzufragen, ob sie geimpft oder nicht geimpft sind. Bei jedem Restaurantbesuch gelte schon die 3G-Regel. Dort würden Menschen deutlich weniger Zeit verbringen als im Betrieb und trotzdem mitteilen, ob sie geimpft sind oder nicht. Arbeitsrechtlich dürfen laut Maier zudem keine Sanktionen entstehen. Man könne lediglich zu alten Arbeitsformen zurückkehren.

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