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Mehr als zwei Wochen nach den ersten Impfungen in der Region wartet das Personal an Kliniken in Ulm, Aalen und Heidenheim immer noch auf den Corona-Impfstoff. Wann der geliefert wird, ist unklar.

Eine Hand im Handschuh mit Corona-Impfstoff (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa/Oliver Dietze)
An den Kliniken in der Region wird der Corona-Impfstart für das Personal geplant - es fehlt nur der Impfstoff (Symbolfoto) picture alliance/dpa/Oliver Dietze

Am Klinikum in Heidenheim wartet das Klinikpersonal bislang vergeblich auf die angekündigten Dosen. Dabei war das Krankenhaus vom Land aufgefordert worden, schon zum Impfstart am 27. Dezember bereit zu sein, erklärt der Impfkoordinator des Klinikums Heidenheim und Chefarzt der Notaufnahme, Dr. Norbert Pfeufer.

"Wir haben dann relativ zeitnah alles vorbereitet, das heißt, wir haben Abfragen gemacht, verbindliche Abfragen bei Mitarbeitern (...) der Notaufnahme, der Intensivstation und der Isolierstation. Wir hatten gleich am Anfang 160 Leute, die sich verbindlich angemeldet haben, die Zahl ist jetzt auf 250 gestiegen, und dann haben wir keinen Impfstoff erhalten."

Dr. Norbert Pfeufer, Klinikum Heidenheim

Man wollte am 30. und 31. Dezember das eigene Personal impfen. Seitdem sind nochmal anderthalb Wochen vergangen, dennoch weiß Pfeufer noch nicht einmal, wann eine Lieferung zu erwarten ist. Man fühle sich ohne Impfstoff vom Land allein gelassen.

"Das Ärgerlichste an der Geschichte ist die mangelhafte Kommunikation vom Sozialministerium. Ich habe mehrere E-Mails geschrieben an diese zentrale Stelle und habe keine Antwort erhalten."

Dr. Norbert Pfeufer, Klinikum Heidenheim

Impfungen im Ostalbkreis womöglich im Kreisimpfzentrum

Im Ostalbkreis ist die Situation nicht besser. Am Ostalbklinikum in Aalen, an der Virngrund-Klinik in Ellwangen und auch am Stauferklinikum Schwäbisch Gmünd gab es noch keine einzige Impfung. Nach jetzigem Stand könnte das Klinikpersonal in die Kreisimpfzentren gehen, sagte eine Sprecherin des Ostalbkreises. Das sei eine Option, die geprüft werde.

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Wenige Impfungen an der Ulmer Uniklinik und am BWK

Dasselbe Bild im Alb-Donau-Kreis: In den Krankenhäusern in Blaubeuren, Ehingen und Langenau hat noch niemand eine Spritze gegen Corona erhalten. Am großen Universitätsklinikum in Ulm hat es immerhin die ersten Personal-Impfungen gegeben, aber weit weniger als gedacht, weil die versprochenen Impfdosen nicht geliefert wurden.

So habe man innerhalb der höchsten Priorisierung nochmal auswählen müssen, erläutert der Leiter der Stabsstelle Katastrophenschutz, Professor Ernst Pfenninger.

"Wir haben intern noch mal eine Priorisierung vorgenommen (...) und wir versuchen im Augenblick, so viel wie möglich an Personal zu impfen."

Professor Ernst Pfenninger, Leiter Stabsstelle Katastrophenschutz

Je nach Abteilung seien von den am stärksten gefährdeten Mitarbeitern nun 20 bis 50 Prozent geimpft. Das Bundeswehrkrankenhaus in Ulm meldet ungefähr zehn geimpfte Ärztinnen und Ärzte. Die Klinik habe bislang noch keinen eigenen Impfstoff erhalten.

Stuttgart

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Im bayerischen Weißenhorn läuft es besser

Besser sieht es im benachbarten Bayern aus. Die Sprecherin der Stiftungsklinik Weißenhorn im Kreis Neu-Ulm, Edeltraud Braunwarth, ist mit dem Impfstart zufrieden. In der Klinik seien inzwischen 80 Prozent der Mitarbeiter der höchsten Dringlichkeitsstufe geimpft. Dazu habe auch beigetragen, dass jedes Mal, wenn im Impfzentrum in Weißenhorn eine Privatperson nicht zum Impftermin erschienen ist, die Klinik jemanden aus ihrem Personal rübergeschickt hat.

Dass in dem kleinen Weißenhorner Krankenhaus nun schon 120 Ärzte, Ärztinnen, Pfleger und Pfegerinnen gegen Covid geimpft sind, in Heidenheim, Aalen und Ehingen aber noch keiner, liege eher an den Landesregierungen in Stuttgart und München, sagt übrigens so mancher aus der Krankenhausbranche – allerdings hinter vorgehaltener Hand.

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