Stromtrasse vor blauem Himmel: Die IHK Ulm fordert eine sofortige Senkung der Strompreise (Symbolbild). (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Karl-Josef Hildenbrand (Symbolbild))

Kritik am System der Strompreisbildung

IHK Ulm fordert sofortige Strompreissenkung

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Die Industrie- und Handelskammer (IHK) in Ulm bezeichnet die Entwicklung beim Strompreis als "für zahlreiche Firmen verheerend". Sie fordert schnelle Abhilfe.

Nach Darstellung der IHK Ulm treffen die rasant gestiegenen Strompreise besonders energieintensive Betriebe und solche, die knapp kalkulieren oder am internationalen Markt bestehen müssen: Manche würden bereits die Produktion zurückfahren und Investitionen verschieben. Das Präsidium der IHK fordert laut Mitteilung eine sofortige Senkung des Strompreises und sieht die Politik in der Pflicht.

Strompreis: Teuerster Anbieter bestimmt die Höhe

Die IHK sieht den Zeitpunkt gekommen, das System zur Strompreisbildung auf den Prüfstand zu stellen. Derzeit wird der Preis nach dem "Merit-Order-Modell" (Infobox) gebildet.

Dabei bestimmt der teuerste Stromproduzent den Preis. Das sind derzeit die Energieunternehmen, die Gas zur Stromproduktion verwenden. Die Politik müsse dieses Prinzip ändern und endlich eingreifen, fordert die IHK Ulm.

"Die jetzige Strompreisbildung, dass der Teuerste den Preis festlegt, ist nicht mehr akzeptabel."

Vorstellbar sei, ein möglichst europaweiter und zeitlich begrenzter Eingriff. Auch bei der Stromsteuer und der Energiesteuer auf Gas sollen die Unternehmen nach Forderung der IHK Ulm entlastet werden.

Gleichzeitig müsse der Ausbau erneuerbarer Energien ebenso wie der Aufbau von Speicherkapazitäten deutlich beschleunigt werden.

IHK: Unternehmen brauchen Versorgungssicherheit bei Strom

Aus Sicht der IHK Ulm sollte zudem möglichst bald für alle Unternehmen das Recht auf Ersatzversorgung bei Strom und Gas gewährleistet werden. Die Kammer weist darauf hin, dass manche Betriebe keine Angebote für Strom und Gas mehr bekommen. Das sei ein Unding und nicht hinnehmbar, sagte IHK-Präsident Roell.

"Einige Unternehmen erhalten gegenwärtig keine Angebote mehr für die Belieferung mit Strom und Gas. Wie soll dann aber produziert werden?"

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