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Kleine Einzelhändler stöhnen unter den neuen Corona-Auflagen. Was im Frühjahr noch erlaubt war, ist jetzt bei uns untersagt. Die IHK Ulm will Abhilfe beim Abholverbot.

Die Landesregierung soll das Abholverbot für vorbestellte Waren aufheben. Das fordert die Ulmer Industrie- und Handelskammer und verweist dabei auf Regelungen in anderen Bundesländern.

Gebäude der IHK in Ulm, in der Mitte wehen Fahnen mit dem Logo der IHK (Foto: SWR)
Die IHK Ulm fordert für den Einzelhandel Abholmöglichkeiten für Kunden

Deshalb soll die Landesregierung den so genannten "Click und Collect" -Service des Einzelhandels auch in Baden-Württemberg erlauben.

Bundesländer regeln Corona-Auflagen unterschiedlich

Während hierzulande derzeit verboten ist, Waren online oder telefonisch zu bestellen und sie dann selbst im Laden abzuholen, ist das in Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erlaubt. Aus Sicht der IHK Ulm wäre die Übergabe von Waren aber auch hier ohne Risiko möglich, und zwar kontaktlos vor den Läden. Dies würde vor allem den kleinen sowie mittleren Händlerinnen und Händlern helfen, auch die Kundenbindung bliebe erhalten.

Online-Handel profitiert von Corona-Auflagen

Stattdessen würden die Kunden nun von der Politik regelrecht zu Einkäufen bei großen Onlineplattformen animiert, so die Kritik der Kammer. Am Donnerstag hatte ein Ulmer Buchhändler gegen das Abholverbot in Baden-Württemberg geklagt. Über den Eilantrag wurde noch nicht entscheiden. Die Landesregierung könne noch bis zum Wochenende Stellung nehmen, so das Oberlandesgericht Stuttgart.

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Regionale "virtuelle" Schaufenster

Inzwischen ruft der Einzelhandel in Ulm und Aalen zum Online-Einkauf in der Region auf. Beide Städte haben jeweils eine Sammelseite für die Angebote der Einzelhändler eingerichtet. Es soll eine Art "virtuelles Schaufenster" sein, so der Verein Ulmer Citymarketing.

In Ulm setzen die Einzelhändler auf die App "neighborshopz". Damit kann man nach verschiedenen Produkten suchen, dann Kontakt mit dem Händler aufnehmen und das Produkt ausliefern lassen. Einen Lieferservice bieten auch die Aalener Händler an. Interessierte können über Videoverbindungen wie facetime Produkte anschauen und online Kontakt aufnehmen, so der Verein Aalen City aktiv.

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