Tierschutzorganisation PETA setzt Belohnung aus

Hund in Ulm durch Köder mit Schrauben schwer verletzt

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Torsten Blümke
Torsten Blümke (Foto: SWR)

In Ulm hat ein Hund am Sonntagmorgen mit Schrauben gespickte Hundeköder gefressen und wäre fast daran verendet. Die Organisation PETA hat eine Belohnung für Hinweise ausgesetzt.

Eine Frau war mit dem Hund an der Iller auf Höhe der B30-Brücke spazieren, so die Polizei. Plötzlich fraß der Hund zwei Wurststücke. Beim genauen Hinsehen stellte die Hundebesitzerin fest, dass der Köder mit Schrauben präpariert war. Da der Hund eines der Wurststücke bereits geschluckt hatte, brachte sie ihn umgehend in eine Tierklinik. Dort musste das Tier operiert werden.

Hundeköder mit Schrauben (Foto: dpa Bildfunk,  dpa | Polizei)
Hundeköder mit Schrauben (Symbolbild) wurden an der Iller in Ulm gefunden. dpa | Polizei

Gefährliche Köder in Ulm: Tierschutzorganisation will Belohnung für Hinweise zahlen

Die Tierschutzorganisation PETA hat am Montagnachmittag eine Belohnung ausgesetzt: Sie will nach eigenen Angaben 500 Euro auf Hinweise zahlen, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterin führen. Derartige Täter oder Täterinnen zu überführen sei oft schwierig, da sie agieren, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. "Deshalb kann es in solchen Fällen auf jeden noch so unwichtig erscheinenden Hinweis ankommen", sagt Monic Moll, Fachreferentin bei PETA.

In diesem Bereich an der Brücke über die Iller in Richtung Ulm-Wiblingen sind die Köder gefunden worden. (Foto: SWR, Isabella Hafner)
In diesem Bereich an der Brücke über die Iller in Richtung Ulm-Wiblingen sind die Köder gefunden worden. Isabella Hafner

Polizei warnt Hundebesitzer vor weiteren Ködern

Eine Polizeistreife überprüfte den Bereich an der Iller, wo die Frau mit ihrem Hund gelaufen war. Dabei fanden die Beamten ein weiteres präpariertes Wurststück. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Spaziergänger werden gebeten, ihre Hunde in dem Bereich an der Leine zu führen und bei weiteren Köderfunden die Polizei zu benachrichtigen.

Idris Kiroglu ist froh, dass sein Husky bei Futter sehr wählerisch ist. Der Wurstköder hätte ihn nicht interessiert, glaubt Kiroglu. Regelmäßig läuft er mit ihm die Strecke an der Iller bei Wiblingen entlang, dort wo die vergifteten Hundeköder lagen. (Foto: SWR, Isabella Hafner)
Idris Kiroglu ist froh, dass sein Husky bei Futter sehr wählerisch ist. Der Wurstköder hätte ihn nicht interessiert, glaubt Kiroglu. Regelmäßig läuft er mit ihm die Strecke an der Iller bei Wiblingen entlang, dort wo die vergifteten Hundeköder lagen. Isabella Hafner

Präparierte Hundeköder: Bei Verdacht Beweise sichern

Haben Hundebesitzer den Verdacht, dass ihr Tier einen präparierten Köder geschluckt hat, dann sind folgende Punkte wichtig, sagt unter anderem die Leitung des Tierheims Ulm:

  • Versuchen Sie nicht, dem Tier mit Medikamenten zu helfen
  • Wenden Sie sich stattdessen an einen Tierarzt oder eine Tierklinik
  • Fotografieren Sie, wenn möglich, den Köder und nehmen Sie ihn mit zur Praxis oder Klinik

Liegt ein solcher Verdacht vor, stehen die Hundehalterinnen und -halter in der Beweispflicht. Neben Fotos sind die Köder selbst wichtig. Und wenn Zeugen in der Nähe waren, notieren Sie sich die Kontaktdaten.

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