Archäopark Niederstotzingen (Foto: SWR, SWR)

UNESCO-Gesamtstrategie

Geld vom Land: Gibt es Hoffnung für den Archäopark?

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Noch ist fraglich, ob der Archäopark in Niederstotzingen nach der Winterpause wieder öffnet. Eine millionenschwere Förderung für alle Welterbestätten im Land lässt hoffen.

Der Archäopark in Niederstotzingen (Landkreis Heidenheim) kämpft seit Jahren mit einem finanziellen Defizit. Um das Förderangebot des Landes gab es Diskussionen. Noch ist unklar, ob er nach der Winterpause überhaupt wieder öffnet. Eine Förderung für alle Welterbestätten im Land macht zumindest Hoffnung. Denn davon könnte auch Niederstotzingen profitieren. Aus der Stadt selbst gab es bisher noch keine Reaktionen.

Der Finanzausschuss im baden-württembergischen Landtag habe am Donnerstag eine Investition von insgesamt drei Millionen Euro in den kommenden beiden Jahren genehmigt. Das teilte die Landtagsfraktion der Grünen am Donnerstag mit. Der Verankerung von jährlich 1,5 Millionen Euro für das Welterbe müsse der Landtag aber Ende Dezember noch zustimmen.

Welterbestätten vernetzen und unterstützen

Wie genau das Geld für die UNESCO-Welterbestätten eingesetzt wird, legt das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen im Augenblick fest. Dem Heidenheimer Landtagsabgeordneten Martin Grath (Grüne) zufolge ist es in erster Linie für gemeinsame Projekte der Stätten bestimmt. Ziel sei es, mit den Geldern alle sieben Welterbestätten im Land zu vernetzen und zu unterstützen - und sie damit für Interessenten auf der ganzen Welt in den Fokus zu rücken. Damit könnte beispielsweise Info-Material für bestimmte Zielgruppen finanziert werden, sowie Prospekte, Broschüren, aber etwa auch Online-Angebote wie virtuelle Präsentationen.

Retten die Landes-Millionen den Archäopark in Niederstotzingen?

Ob die Landes-Millionen den von dauerhafter Schließung bedrohten Archäopark in Niederstotzingen retten, ist derzeit unklar. Darüber müsse letztlich der Niederstotzinger Gemeinderat entscheiden, räumt der Grünen-Abgeordnete ein. Grath betont im Gespräch mit dem SWR, dass der Park selbst kein Teil des Welterbes ist, sondern die Höhlen und Kunstwerke wie Löwenmensch und Mammut. Die Zukunft des Parks steht auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 30. November.

Sieben UNESCO-Welterbestätten in Baden-Württemberg

Neben den Höhlen und der Eiszeitkunst auf der Schwäbische Alb sind auch das Zisterzienserkloster Maulbronn, die Klosterinsel Reichenau, der Obergermanisch-Raetische Limes, die Prähistorische Pfahlbauten, die Le Corbusier-Häuser in der Stuttgarter Weissenhof-Siedlung und Baden-Baden als bedeutende Kurstadt UNESCO-Welterbestätten.

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